Deutsche Exporte und Importe im ersten Halbjahr 2026: klare Zuwächse

Deutsche Exporte stiegen im ersten Halbjahr 2026 um 3,9% auf 817,8 Mrd. Euro, Importe um 4,7% auf 712,1 Mrd. Euro. Plus 105,7 Mrd. Euro.

Von Herold Team3 Min. Lesezeit

Die deutschen Exporte sind im ersten Halbjahr 2026 deutlich gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, lagen die Ausfuhren von Januar bis Juni bei 817,8 Milliarden Euro und damit um 3,9 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Das entspricht einem Plus von 31,0 Milliarden Euro. Auch die Importe nahmen zu: Nach Deutschland wurden Waren im Wert von 712,1 Milliarden Euro eingeführt, 4,7 Prozent beziehungsweise 31,7 Milliarden Euro mehr als im ersten Halbjahr 2025.

Der Außenhandelssaldo lag damit bei plus 105,7 Milliarden Euro. Der Exportüberschuss war damit um 0,7 Prozent niedriger als im ersten Halbjahr 2025, als er bei plus 106,4 Milliarden Euro gelegen hatte.

Wichtigster Handelspartner Deutschlands war in den ersten sechs Monaten des Jahres erneut China. Der Umsatz aus Exporten und Importen zusammen belief sich auf 125,5 Milliarden Euro. Es folgten die Vereinigten Staaten mit 123,7 Milliarden Euro und die Niederlande mit 109,3 Milliarden Euro.

USA weiter wichtigstes Abnehmerland, Exporte dorthin sinken

Die Vereinigten Staaten waren auch im ersten Halbjahr 2026 das wichtigste Abnehmerland deutscher Waren. Die Exporte in die USA summierten sich auf 73,1 Milliarden Euro. Das waren 6,1 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2025. Das Statistische Bundesamt weist darauf hin, dass der Vergleichszeitraum nur teilweise von den ab April 2025 eingeführten hohen US-Einfuhrzöllen für Waren aus der Europäischen Union betroffen war.

Besonders stark zurück gingen die Ausfuhren von Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeugteilen in die USA, und zwar um 17,2 Prozent. Zuwächse gab es dagegen bei den wichtigsten übrigen Exportmärkten: Die Exporte nach Frankreich stiegen um 7,6 Prozent auf 63,2 Milliarden Euro, die Exporte in die Niederlande um 9,0 Prozent auf 60,5 Milliarden Euro.

Nach China exportierte Deutschland Waren im Wert von 36,4 Milliarden Euro. Das entsprach einem Rückgang um 12,2 Prozent. China lag damit auf Rang 9 der wichtigsten Abnehmerländer deutscher Waren.

Importe aus China und den USA steigen

Die meisten Importe nach Deutschland kamen im ersten Halbjahr 2026 aus China. Sie erreichten 89,1 Milliarden Euro und lagen damit 8,8 Prozent über dem Vorjahreswert. Aus den Vereinigten Staaten wurden Waren im Wert von 50,6 Milliarden Euro eingeführt, ein Plus von 7,0 Prozent. Die Einfuhren aus den Niederlanden beliefen sich auf 48,9 Milliarden Euro und stiegen um 0,7 Prozent.

Im Handel mit China vergrößerte sich der Importüberschuss deutlich: Er stieg von 40,5 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2025 auf 52,7 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2026. Im Handel mit den USA verzeichnete Deutschland weiterhin einen Exportüberschuss, der mit 22,5 Milliarden Euro aber unter dem Vorjahreswert von 30,5 Milliarden Euro lag.

Die höchsten Exportüberschüsse wurden im Handel mit Frankreich mit 25,7 Milliarden Euro, den Vereinigten Staaten mit 22,5 Milliarden Euro und dem Vereinigten Königreich mit 22,3 Milliarden Euro erzielt.

Kraftfahrzeuge und Maschinen prägen den Außenhandel

Wichtigste Exportgüter Deutschlands waren im ersten Halbjahr 2026 Kraftfahrzeuge und Kraftfahrzeugteile mit einem Wert von 124,7 Milliarden Euro. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 sank dieser Wert um 5,8 Prozent. An zweiter Stelle folgten Maschinen mit 107,7 Milliarden Euro, ein Minus von 0,9 Prozent.

Auf Rang drei der Exporte lagen Datenverarbeitungsgeräte, elektrische und optische Erzeugnisse mit 73,1 Milliarden Euro. Hier betrug der Zuwachs 9,5 Prozent. Chemische Erzeugnisse kamen auf 71,6 Milliarden Euro und legten um 1,4 Prozent zu.

Bei den Importen standen Kraftwagen und Kraftwagenteile mit 77,1 Milliarden Euro an erster Stelle, gefolgt von Datenverarbeitungsgeräten, elektrischen und optischen Erzeugnissen mit 75,6 Milliarden Euro. Beide Warengruppen verzeichneten Zuwächse von 3,7 Prozent beziehungsweise 10,0 Prozent.

Den größten Exportüberschuss gab es im Handel mit Maschinen mit 54,0 Milliarden Euro, gefolgt von Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeugteilen mit 47,6 Milliarden Euro. Deutlich mehr importiert als exportiert wurde bei Erdöl und Erdgas sowie bei Erzeugnissen der Landwirtschaft. Hier betrugen die Importüberschüsse 35,5 Milliarden Euro beziehungsweise 16,5 Milliarden Euro.

Methodik und weitere Informationen

Gegenstand der Außenhandelsstatistik ist der grenzüberschreitende Warenverkehr Deutschlands mit dem Ausland. Ausgewertet wurden die Ergebnisse auf Basis des Güterverzeichnisses für Produktionsstatistiken. Nicht enthalten ist der grenzüberschreitende Handel mit Dienstleistungen; dieser wird von der Deutschen Bundesbank erhoben.

Alle detaillierten Ergebnisse zum Außenhandel des Berichtsmonats Juni 2026 bietet die Datenbank GENESIS-Online (Tabellen 51000). Ausgewählte Tabellen zur Außenhandelsstatistik bietet auch die Themenseite „Außenhandel“ im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes. Ergebnisse zum Außenhandel sind zudem im Dashboard Konjunktur verfügbar: www.dashboard-deutschland.de.

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