ver.di fordert Ende der Sonderbefristungen in der Wissenschaft

Ver.di kritisiert den Entwurf zur Reform des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes und fordert mehr unbefristete Stellen. Die Anhörung war für den 4. November angekündigt.

Von Herold Politik1 Min. Lesezeit
Drei erwachsene Forschende unterschiedlichen Alters besprechen Laborgeräte an einem gemeinsamen Arbeitstisch.

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Vor der für Mittwoch, 4. November, angekündigten Bundestagsanhörung zur Novelle des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes (WissZeitVG) fordert ver.di eine grundlegende Änderung der Regeln für befristete Beschäftigung in der Wissenschaft. Die Gewerkschaft kritisiert den Gesetzentwurf der Bundesregierung als unzureichend und verlangt, die besonderen Befristungsregeln abzuschaffen oder das Gesetz so zu reformieren, dass deutlich mehr unbefristete Stellen entstehen.

Rund 80 Prozent der wissenschaftlich Beschäftigten an Hochschulen und Forschungseinrichtungen seien befristet angestellt, heißt es in der Mitteilung. Auch langjährige Kettenbefristungen seien für promovierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler häufig Normalität. Promovierte sollten nach dem Willen von ver.di im Regelfall dauerhaft beschäftigt werden und nicht weiter als Personen in einer Qualifizierungsphase gelten.

Das Gesetzesvorhaben enthalte lediglich begrenzte Verbesserungen bei Mindestvertragslaufzeiten, kritisiert die Gewerkschaft. Zugleich bleibe die sogenannte Tarifsperre bestehen: Gewerkschaften und Arbeitgeber könnten dadurch weitgehend keine besseren tariflichen Regelungen vereinbaren. ver.di beanstandet außerdem Pläne, die Möglichkeit sachgrundloser Befristungen grundsätzlich von zwei auf vier Jahre auszuweiten.

Die Gewerkschaft beruft sich auf Studien, denen zufolge befristet Beschäftigte häufig darauf verzichteten, Eltern zu werden oder am Arbeitsplatz Kritik zu äußern. Sie fordert den Bundestag auf, den Entwurf deutlich nachzubessern und die geplante Ausweitung sachgrundloser Befristungen zu stoppen.

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