Raketen auf Kiew: Selenskyj beklagt fehlende Warnungen

Raketen, Stromausfälle und Streit: Selenskyj beklagt fehlende Warnungen. Washington, NATO und EU widersprechen einem Stopp des Informationsaustauschs.

Von Herold Deutschland1 Min. Lesezeit
Beschädigte Industriehalle des Heizkraftwerks Darnyzja in Kiew.

Beschädigtes Heizkraftwerk Darnyzja in Kiew. Archivfoto vom 6. Februar 2026.© Kyivcity.gov.ua https://kyivcity.gov.ua/ · CC BY 4.0 · https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/ · zugeschnitten, verkleinert

Beschädigtes Heizkraftwerk Darnyzja in Kiew. Archivfoto vom 6. Februar 2026.© Kyivcity.gov.ua · CC BY 4.0 · zugeschnitten, verkleinert

Russische Angriffe haben erneut Kiews Energieversorgung getroffen. Nach ukrainischen Angaben wurden alle drei Heizkraftwerke angegriffen. Die Polizei meldete fünf Tote in Kiew, Behörden zwei weitere im Gebiet Dnipropetrowsk. Mindestens 600.000 Menschen seien ohne Strom, berichtet die Tagesschau am 14. Oktober.

Die Angaben stammen von ukrainischen Stellen und lassen sich im Krieg nicht vollständig unabhängig prüfen.

Der Streit um die Warnung

Präsident Wolodymyr Selenskyj wirft den Verbündeten erneut vor, vor Raketenstarts nicht gewarnt zu haben. Bereits am Dienstag berichtete AP über seine Kritik an fehlenden Vorabinformationen zu fünf ballistischen Raketen. Selenskyj nannte damals keine konkreten Partner. Trump erklärte dagegen, die USA teilten weiter Geheimdienstinformationen.

NATO und EU sehen laut Tagesschau keine Belege für einen Stopp amerikanischer Aufklärungsinformationen. Eine fehlende Einzelwarnung belegt keine generelle Einstellung der Hilfe.

Auch Musk mischt sich ein

Elon Musk unterstützte Trump am Samstag auf X und kritisierte Selenskyj. Ein ukrainischer Berater behauptet außerdem zeitweise Starlink-Einschränkungen. Eine politisch angeordnete Abschaltung ist nicht nachgewiesen.

Die Angriffe treffen den Alltag

Wie wenig Zeit zwischen Alarm und Einschlag liegen kann, schildert ein ZDF-Bericht vom Mittwochmorgen: Bei einem vorausgegangenen Angriff in Kiew seien kurz nach dem Luftalarm bereits Explosionen zu hören gewesen. Ein Wohnhaus und ein Heizkraftwerk wurden getroffen. Der Bericht bezog sich auf den damals vorliegenden Stand, nicht auf die später genannten Opferzahlen.

Die neuen Angriffe zeigen auch, warum eine angekündigte Waffenruhe an ihrer tatsächlichen Umsetzung gemessen werden muss. Über Trumps Ankündigung und die bereits am 12. Oktober weitergehenden Angriffe hatten wir berichtet.

Zum Hintergrund: Was aus der angekündigten Energie-Waffenruhe wurdehttps://west-bote.de/herold-deutschland/ukraine-angriffe-auf-kraftwerke-gehen-trotz-trumps-ankuendigung-weiter

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