Neue Kämpfe in Myanmar: Zivilisten in Rakhine unter Druck

Im Westen Myanmars geraten Bewohner erneut zwischen die Fronten. Die Myanmar Pressphoto Agency berichtet von einer Offensive des Militärs bei Pauktaw im Bundesstaat Rakhine. Dem am 9. Oktober veröffentlichten Bericht zufolge begannen die Kämpfe am Morgen des 7. Oktober und dauerten bis in die folgende Nacht an.
Was aus dem Kampfgebiet bekannt ist
Laut der Nachrichtenagentur setzte das Militär Schiffe, Flugzeuge und Artillerie gegen ein von der Arakan Army kontrolliertes Gebiet ein. Eine örtliche Bewohnerin schilderte Bombenangriffe und Angst unter Zivilisten. Ihre Aussage und die Angaben zum genauen Kampfverlauf lassen sich hier nicht unabhängig überprüfen.
Das Forschungsinstitut ISP-Myanmar beschreibt in einer am 9. Oktober veröffentlichten Analyse eine größere Offensive seit Anfang September. Es sieht ein erhöhtes Risiko schwerer Gewalttaten. Die englische Veröffentlichung beruht auf einer burmesischen Fassung vom 5. Oktober; ihre Szenarien sind Einschätzungen, keine Vorhersagen.
Die UN untersuchen einen früheren Marktangriff
Parallel sammelt der unabhängige UN-Ermittlungsmechanismus für Myanmar Beweise zum Luftangriff nahe einem Markt in Kyauktaw am 28. September. Nach den von ihm wiedergegebenen Berichten wurden mindestens 50 Menschen getötet und 58 verletzt. Das sind berichtete Opferzahlen, kein abschließendes Untersuchungsergebnis.
Gibt es bereits ein Urteil über den Marktangriff?
Nein. Der UN-Mechanismus sammelt und sichert Beweise. Er ist selbst kein Gericht. Ob bestimmte Personen für Kriegsverbrechen verantwortlich sind, müssen zuständige Gerichte entscheiden.
Der Hintergrund
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