Nahost: Warum die Region nicht zur Ruhe kommt

Seit wann ist in Nahost Krieg, und worum geht es? Ein verständlicher Überblick über den israelisch-palästinensischen Konflikt, regionale Machtkämpfe und die schwierige Suche nach Frieden.

Von Herold Deutschland3 Min. Lesezeit
Die Altstadt von Sanaa im Jemen. Archivaufnahme vom September 2021.

Die Altstadt von Sanaa im Jemen. Archivaufnahme vom September 2021.© Ellennight https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Ellennight · Old Sanaa.jpg · CC BY-SA 4.0 · https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/ · https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Old_Sanaa.jpg · Zuschnitt 16:9; verkleinert; Bildfassung unter derselben Lizenz

Die Altstadt von Sanaa im Jemen. Archivaufnahme vom September 2021.© Ellennight · CC BY-SA 4.0 · zugeschnitten, verkleinert · Bildinfos

Wenn von Krieg in Nahost die Rede ist, geht es nicht um einen einzigen Konflikt. Zwischen Israel und den Palästinensern stehen Land, Sicherheit und ein eigener Staat im Mittelpunkt. Im Jemen geht es auch um die Macht im eigenen Land. Iran, Israel, Saudi-Arabien und die USA verfolgen darüber hinaus regionale Interessen. Diese Konflikte beeinflussen sich gegenseitig. Für die Menschen bedeutet das, dass Gewalt an einem Ort auch neue Gefahren anderswo auslösen kann.

Die Wurzeln reichen weit vor den Gaza-Krieg zurück

Jüdische und arabische nationale Bewegungen erhoben Ansprüche auf dasselbe Gebiet. Die Verfolgung von Juden in Europa und der Antisemitismus verstärkten den Wunsch nach einem sicheren jüdischen Staat. Zugleich lebte dort eine arabische Bevölkerung mit eigenen politischen Ansprüchen. Unter britischer Herrschaft verschärfte sich der Streit um Land und Selbstbestimmung.

1947 schlugen die Vereinten Nationen eine Teilung in einen jüdischen und einen arabischen Staat vor. 1948 wurde Israel gegründet. Im folgenden Krieg kämpften auch arabische Nachbarstaaten gegen Israel. Viele Palästinenser flohen oder wurden vertrieben. Für Israelis steht die Staatsgründung für Unabhängigkeit und Schutz; für Palästinenser ist die damalige Flucht und Vertreibung eine bis heute prägende Erfahrung.

Warum das Jahr 1967 so wichtig ist

Im Krieg von 1967 besetzte Israel unter anderem das Westjordanland, Ostjerusalem und den Gazastreifen. Die Frage nach den Grenzen und nach der Zukunft dieser Gebiete gehört seitdem zum Kern des Konflikts. Hinzu kommen die Sicherheit Israels, israelische Siedlungen, die Rechte der Palästinenser und der Status Jerusalems.

Nach Einschätzung des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz gehört Gaza zu den besetzten palästinensischen Gebieten. Maßgeblich ist nach dieser Einordnung die tatsächliche Kontrolle. Daraus folgen Schutzpflichten gegenüber den Menschen, die in dem Gebiet leben.

Oslo brachte Hoffnung, aber keinen fertigen Frieden

1993 erkannten sich Israel und die Palästinensische Befreiungsorganisation PLO gegenseitig an. Die Oslo-Vereinbarungen schufen einen Rahmen für begrenzte palästinensische Selbstverwaltung. Die besonders schwierigen Fragen wurden jedoch auf spätere Verhandlungen verschoben: Grenzen, Jerusalem, Siedlungen, Flüchtlinge und Sicherheit.

Das erklärt, weshalb ein einzelnes Abkommen noch keinen dauerhaften Frieden schafft. Es kommt darauf an, ob offene Fragen tatsächlich geregelt und Vereinbarungen umgesetzt werden. Die Aussicht auf zwei Staaten blieb ein zentraler Ansatz, ihre Umsetzung aber ungelöst.

Was meint die Zweistaatenlösung?

Gemeint sind Israel und ein unabhängiger palästinensischer Staat, die nebeneinander bestehen. Damit ist noch nicht festgelegt, wo die genaue Grenze verläuft oder wie Jerusalem, Sicherheit und Flüchtlingsrechte geregelt werden.

Was der 7. Oktober 2023 veränderte

Am 7. Oktober 2023 griffen die Hamas und weitere bewaffnete Gruppen Israel an, töteten Zivilisten und nahmen Geiseln. Israel reagierte mit einem Krieg im Gazastreifen. Für die Bevölkerung dort folgten massive Zerstörung, Vertreibung und eine schwere Versorgungskrise. Der Schutz von Zivilisten gilt für alle Konfliktparteien. Geiselnahmen und gezielte Angriffe auf Zivilisten sind verboten.

Die Gewalt blieb nicht auf Israel und Gaza begrenzt. Die Hisbollah im Libanon, die Huthi im Jemen und Iran stehen in jeweils eigenen Konflikten und Bündnissen. Die Huthi griffen seit Ende 2023 auch die Schifffahrt an. Im Jemen selbst hatte eine saudisch geführte Koalition bereits 2015 in einen bestehenden Bürgerkrieg eingegriffen. Diese Vorgeschichte darf in einer Erklärung nicht fehlen.

Welche Rolle Trump und andere Regierungen spielen

Die USA können durch militärische Unterstützung, politischen Druck und Vermittlung Einfluss ausüben. Sie können die unterschiedlichen Interessen aber nicht mit einer einzigen Erklärung auflösen. Bei den Gesprächen mit Iran geht es zudem um Sanktionen, militärische Sicherheit und wichtige Seewege.

Die Deutsche Welle berichtete am 4. Oktober 2026 über iranische Bedingungen für eine Öffnung der Straße von Hormus. Dazu zählten ein Ende der US-Blockade und wirtschaftliche Zugeständnisse. Eine solche Forderung ist noch keine Einigung. Für Leser ist diese Unterscheidung entscheidend: Ein angekündigter Plan, eine Waffenruhe und eine dauerhaft umgesetzte Friedensregelung sind verschiedene Dinge.

Ist das vor allem ein Religionskrieg?

Religion prägt Identitäten und manche politischen Bewegungen. Sie erklärt die Konflikte aber nicht allein. Es geht ebenso um Land, staatliche Macht, Selbstbestimmung, Sicherheit und den Einfluss anderer Staaten. Menschen derselben Religion können dabei auf unterschiedlichen Seiten stehen.

Nach Angriffen auf Riad: Lufthansa setzt Flüge aus

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Vereinte Nationen: Geschichte der Palästinafrage

Historischer Überblick zu britischem Mandat, Teilungsplan 1947, Krieg 1948, Flucht und Vertreibung, Besetzung 1967 und Friedensprozess.

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Bundeszentrale für politische Bildung: Konfliktporträt Nahost

Analyse von Muriel Asseburg vom 2. Juli 2024: territoriale Ursachen, Terrorangriff vom 7. Oktober 2023 und regionale Verflechtung. Kein Lagebericht für Oktober 2026.

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US-Außenministerium: Die Oslo-Vereinbarungen

Historischer Überblick zum Abkommen von 1993, zur gegenseitigen Anerkennung und zu späteren Verhandlungen.

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Internationales Komitee vom Roten Kreuz: Schutzpflichten in besetzten Gebieten

Erläuterung des humanitären Völkerrechts, der Schutzpflichten gegenüber Zivilisten und der Einordnung der besetzten palästinensischen Gebiete.

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Bundeszentrale für politische Bildung: Jemen als Front im Regionalkonflikt

Historische Analyse der Rolle Saudi-Arabiens, Irans und der Huthi; Beginn der saudisch geführten Intervention im März 2015.

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Deutsche Welle: Bedingungen Irans für eine Öffnung von Hormus

Bericht vom 4. Oktober 2026 zu iranischen Bedingungen, indirekter Vermittlung und zur Bedeutung der Straße von Hormus. Forderungen sind keine abgeschlossene Einigung.

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