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Eberbach warnt vor der Ausbreitung der Kermesbeere

Die Stadt bittet die Bevölkerung, kein Neuanpflanzen vorzunehmen, die Fruchtreife zu verhindern und Vorkommen zu melden

Von Redaktion Eberbach10.09.26, 01:02

Die Stadt Eberbach warnt vor der weiteren Ausbreitung der Kermesbeere als invasivem Neophyten und bittet die Bevölkerung um Mithilfe. Der Umweltbeauftragte der Stadt, Dr. Nicolà Lutzmann, und Forstwirtschaftsmeister Michael Merkert weisen darauf hin, dass die ursprünglich nicht in Mitteleuropa heimische Pflanze wegen ihres auffälligen Erscheinungsbildes teilweise als Zierpflanze in Gärten angepflanzt wird, sich von dort aber in die freie Landschaft und in Waldgebiete ausbreiten kann.

Nach Angaben der Stadt ist die Kermesbeere robust und konkurrenzstark. Sie könne innerhalb kurzer Zeit dichte Bestände bilden, heimische Pflanzenarten verdrängen und wichtige Lebensräume zerstören. Zudem werde die natürliche Verjüngung von Wäldern eingeschränkt und teilweise sogar verhindert.

Dr. Nicolà Lutzmann appelliert an die Verantwortung von Gartenbesitzenden, auf eine weitere Anpflanzung und Pflege der Kermesbeere zu verzichten. Er verweist darauf, dass sich viele invasive Arten ursprünglich aus Gärten heraus in der Landschaft verbreitet hätten. Michael Merkert beobachtet die Ausbreitung ebenfalls mit Sorge und betont, dass sich die Pflanze gerade im Wald stark ausbreiten und die natürliche Vegetation beeinträchtigen könne. Wenn sich größere Bestände erst einmal etabliert hätten, sei ihre Eindämmung mit erheblichem Arbeits- und finanziellem Aufwand verbunden.

Die Stadtförsterei und der Umweltbeauftragte bitten deshalb darum, Kermesbeeren im eigenen Garten möglichst nicht weiter zu kultivieren und zumindest zu verhindern, dass die Pflanzen zur Fruchtreife gelangen und sich weiter ausbreiten. Außerdem sollen Vorkommen in der freien Landschaft und in Waldgebieten gemeldet werden. Hinweise auf Standorte könnten dazu beitragen, die Verbreitung besser zu erfassen und geeignete Maßnahmen zur Eindämmung einzuleiten.

Der gemeinsame Appell lautet: Keine Kermesbeeren neu anpflanzen, die weitere Ausbreitung vorhandener Pflanzen verhindern und Vorkommen in Wald und Landschaft melden. Nach Angaben der Stadt kann so jeder einen Beitrag zum Schutz der heimischen Artenvielfalt leisten.

Weitere Informationen und Meldungen zu Pflanzen der Kermesbeere nimmt die Stadtförsterei Eberbach unter [email protected] oder telefonisch unter 06271/72864 entgegen.

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