Sparquote in Deutschland leicht gesunken
Wie viel legen die Menschen in Deutschland tatsächlich zur Seite? Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat zum Weltspartag am 30. Oktober aktuelle Zahlen zur Sparquote der privaten Haushalte veröffentlicht und zieht einen spannenden Vergleich zur Entwicklung in Europa und den USA.
Sparquote 2025: Weiterhin hohes Niveau – leichte Abnahme zum Vorjahr
Im ersten Halbjahr 2025 lag die saisonbereinigte Sparquote der privaten Haushalte in Deutschland bei 10,3 % des verfügbaren Einkommens. Das bedeutet, dass etwas mehr als ein Zehntel der Einkommen nicht für den Konsum, sondern für das Sparen verwendet wurde. Im Vorjahreszeitraum lag die Sparquote noch bei 11,1 %. Damit ist ein leichter Rückgang festzustellen, das Niveau bleibt aber im internationalen Vergleich hoch.
Langfristvergleich: Deutschland weiter über EU-Durchschnitt
Ein Blick auf das Jahr 2024 zeigt, dass sich die Deutschen mit einer Sparquote von 20,0 % klar über dem EU-Schnitt positionieren. Zum Vergleich: Im Durchschnitt lag die Sparquote in der Europäischen Union bei 14,6 %. Die Schweiz war mit 26,1 % das einzige Land, das einen noch höheren Wert als Deutschland aufwies. Viele andere Staaten, wie Österreich (17,3 %), die Niederlande (16,0 %), Frankreich (brutto 13,9 %) oder Italien (11,9 %), lagen merklich niedriger. Die USA verzeichneten laut OECD eine Sparquote von 10,8 %.
Was bedeutet „Sparquote“?
Umgerechnet entspricht dies in Deutschland im Monat etwa 270 Euro, die durchschnittlich je Einwohner gespart werden. Das Sparvolumen belief sich im ersten Halbjahr 2025 auf rund 134 Milliarden Euro. Allerdings handelt es sich dabei um Durchschnittswerte, die die individuellen Unterschiede im Sparverhalten nicht widerspiegeln.
So wird die Sparquote ermittelt
Laut Statistischem Bundesamt basiert die Berechnung der Sparquote auf den volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen. Hierbei wird betrachtet, wie viel vom verfügbaren Einkommen – nach Abzug des Konsums – als Ersparnis zurückgelegt wird. Es fließen jedoch keine bewertungsbedingten Wertänderungen, wie etwa Kursgewinne oder Wertänderungen bei Immobilien, in die Sparquote ein.
Europäischer Vergleich: Deutschland an der Spitze
Wer Genaueres über die Spargewohnheiten der einzelnen europäischen Länder erfahren möchte, findet ausführliche Informationen im Webangebot von Eurostat.
Während die durchschnittliche Sparquote wichtige Trends sichtbar macht, bleibt festzuhalten: Das individuelle Sparverhalten ist weiterhin sehr unterschiedlich. Die anhaltend hohe Sparneigung vieler privater Haushalte dürfte auch in Zukunft für Diskussionen in Wirtschaft und Politik sorgen.
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