Klärschlamm 2024: Thermische Verwertung auf Rekordhoch

2024 steigt das Klärschlammaufkommen in Deutschland auf 1,67 Mio. Tonnen – thermische Verwertung dominiert mit 82 % und Phosphorrückgewinnung wird Pflicht.

Von Redaktion2 Min. Lesezeit

Die Nutzung von Klärschlamm in Deutschland befindet sich im Wandel. Während Klärschlamm früher vor allem als Dünger in der Landwirtschaft eingesetzt wurde, gewinnt die thermische Verwertung zunehmend an Bedeutung. Das zeigen aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes für das Jahr 2024.

Klärschlammaufkommen und Entsorgungswege 2024

Im Jahr 2024 ist das Gesamtaufkommen von Klärschlamm erstmals seit 2021 wieder angestiegen und erreicht nun 1,67 Millionen Tonnen. Die Verteilung auf die verschiedenen Entsorgungswege verschiebt sich dabei deutlich zugunsten der thermischen Methoden.

  • Thermische Verwertung: 82 % des Klärschlamms werden verbrannt. Zum Vergleich: 2009 lag der Anteil noch bei 53 %.
  • Monoverbrennung: 732.000 Tonnen oder 44 % der Gesamtmenge wurden in speziellen Anlagen (Monoverbrennung) entsorgt.
  • Landwirtschaftliche Nutzung: Nur noch 12 % der Klärschlammmenge wurden 2024 als Dünger auf Feldern eingesetzt – im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 30 %.
  • Weitere Wege: 5 % des Klärschlamms werden auf anderen Wegen entsorgt, etwa 1 % findet Anwendung im Landschaftsbau.
  • Regulatorische Entwicklungen und Umweltschutz

    Seit 2017 gelten verschärfte Ausbringungsregeln. Ziel dieser Maßnahmen ist es, den Eintrag von Schadstoffen wie oder in Böden zu minimieren.

    Die kontinuierliche Reduzierung dieser Risiken steht im Fokus der Politik und Entsorgungsbranche.

    Anstehende Pflichten zur Phosphorrückgewinnung

    Eine weitere bedeutende Änderung zeichnet sich für die kommenden Jahre ab: Ab 2029 wird eine verpflichtende Phosphorrückgewinnung eingeführt. Nach aktuellem Kenntnisstand ist die Monoverbrennung die effizienteste Methode, um diesen wichtigen Rohstoff zurückzugewinnen.

    Bedeutung und Ausblick

    Der Anstieg der Klärschlammerzeugung um 2 % gegenüber dem Vorjahr entspricht etwa dem jährlichen Aufkommen in einer Großstadt mit einer Million Einwohnern. Dieser Trend unterstreicht, wie relevant effektive und nachhaltige Entsorgungswege sind. Die Entwicklungen im Bereich der thermischen Behandlung und der bevorstehenden Rohstoffrückgewinnung werden weiterhin entscheidend für Umwelt- und Ressourcenschutz in Deutschland bleiben.

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    Weitere statistische Details und Auswertungen sind über die Datenbank GENESIS-Online unter dem Stichwort “Tabellen 32214” beim Statistischen Bundesamt verfügbar.

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