Öffentliche Verschuldung in Deutschland steigt im 2. Quartal 2026
Die öffentliche Verschuldung in Deutschland ist im 2. Quartal 2026 weiter gestiegen. Der Öffentliche Gesamthaushalt war beim nicht-öffentlichen Bereich zum Ende des Quartals mit 2.753,5 Milliarden Euro verschuldet. Nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamts (Destatis) nahm die Verschuldung damit gegenüber dem 1. Quartal 2026 um 1,0 Prozent beziehungsweise 26,3 Milliarden Euro zu.
Zum Öffentlichen Gesamthaushalt zählen die Haushalte von Bund, Ländern, Gemeinden und Gemeindeverbänden sowie der Sozialversicherung einschließlich aller Extrahaushalte. Zum nicht-öffentlichen Bereich gehören Kreditinstitute sowie der sonstige inländische und ausländische Bereich, etwa private Unternehmen.
Bundesschulden steigen um 20,5 Milliarden Euro
Die Schulden des Bundes erhöhten sich zum Ende des 2. Quartals 2026 gegenüber dem Vorquartal um 20,5 Milliarden Euro beziehungsweise 1,1 Prozent auf 1.907,1 Milliarden Euro.
Ursächlich waren laut Destatis insbesondere die Schuldenanstiege bei zwei Sondervermögen. Das „Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität“ erhöhte seine Verschuldung gegenüber dem Vorquartal um 39,1 Prozent beziehungsweise 13,8 Milliarden Euro auf 48,9 Milliarden Euro. Die Verschuldung des „Sondervermögens Bundeswehr“ stieg um 8,8 Prozent beziehungsweise 4,2 Milliarden Euro auf 51,6 Milliarden Euro.
Auch Länder und Kommunen verschulden sich weiter
Die Länder waren zum Ende des 2. Quartals 2026 mit 646,2 Milliarden Euro verschuldet. Das entsprach einem Anstieg um 2,9 Milliarden Euro beziehungsweise 0,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal.
Den stärksten prozentualen Schuldenanstieg unter den Ländern verzeichnete Baden-Württemberg mit 3,0 Prozent, gefolgt von Thüringen mit 2,1 Prozent und Sachsen-Anhalt mit 2,0 Prozent. In Baden-Württemberg war der Anstieg durch vorgezogene Anschlussfinanzierungen begründet.
Den stärksten prozentualen Schuldenrückgang gab es in Niedersachsen mit minus 2,3 Prozent, gefolgt von Hamburg mit minus 1,3 Prozent sowie Rheinland-Pfalz mit minus 0,5 Prozent. In Niedersachsen wurde der Großteil der Kreditaufnahmen des Jahres 2026 bereits im 1. Quartal getätigt; der Rückgang im 2. Quartal entsprach den geplanten Tilgungen.
Auch bei den Gemeinden und Gemeindeverbänden nahm die Verschuldung zu. Sie stieg um 2,9 Milliarden Euro beziehungsweise 1,5 Prozent auf 200,2 Milliarden Euro.
Den höchsten prozentualen Schuldenanstieg wiesen die Gemeinden und Gemeindeverbände in Niedersachsen mit 7,1 Prozent auf, gefolgt von Brandenburg mit 4,0 Prozent und Sachsen mit 3,4 Prozent. Ein Schuldenrückgang wurde im Saarland und in Bayern mit jeweils minus 0,6 Prozent sowie in Nordrhein-Westfalen mit minus 0,2 Prozent festgestellt.
Schulden der Sozialversicherung leicht rückläufig
Die Verschuldung der Sozialversicherung sank im 2. Quartal 2026 gegenüber dem Vorquartal um 0,2 Millionen Euro beziehungsweise 1,7 Prozent auf 9,1 Millionen Euro.
Methodische Hinweise und weitere Informationen
Die Verschuldung der Länder beinhaltet auch die empfangenen Barsicherheiten aus Derivatgeschäften der Länderkernhaushalte, unter anderem in Nordrhein-Westfalen in Höhe von 679,3 Millionen Euro und in Hessen in Höhe von 389,1 Millionen Euro.
Die Schulden der Kernhaushalte der Sozialversicherung wurden auf Basis des Ergebnisses der jährlichen Schuldenstatistik 2025 mit Null fortgeschrieben.
Detaillierte Ergebnisse bietet der Statistische Bericht „Vierteljährliche Schulden des Öffentlichen Gesamthaushalts“ sowie die Tabellen 71311 in der Datenbank GENESIS-Online. Monatsergebnisse zur Verschuldung des Bundes und seiner Sondervermögen sind im Dashboard Konjunktur unter https://www.dashboard-konjunktur.de im Themenbereich „Finanzen“ verfügbar.
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