Krankheitskosten steigen 2024 um 7,6 Prozent auf 528,5 Milliarden Euro
Krankheiten und Gesundheitsprobleme haben 2024 in Deutschland direkte Kosten von 528,5 Milliarden Euro verursacht. Das waren 37,5 Milliarden Euro oder 7,6 Prozent mehr als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Im Durchschnitt stiegen die Kosten pro Kopf um 430 Euro auf 6.330 Euro.
Bei Frauen lagen die Pro-Kopf-Kosten mit 6.960 Euro um 1.280 Euro höher als bei Männern, die im Schnitt 5.680 Euro verursachten. Als einen Grund nennt das Bundesamt die höhere Lebenserwartung von Frauen. Von den rund 2,9 Millionen Menschen ab 85 Jahren waren 2024 knapp zwei Drittel weiblich.
Kreislauf- und psychische Erkrankungen mit den höchsten Gesamtkosten
Die höchsten Gesamtkosten entfielen auf Krankheiten des Kreislaufsystems: Sie verursachten 69,4 Milliarden Euro. Psychische und Verhaltensstörungen folgten mit 68,7 Milliarden Euro. Zusammen machten beide Krankheitsgruppen 26,1 Prozent der Krankheitskosten aus.
Weitere große Kostenblöcke waren Muskel-Skelett-Erkrankungen mit 54,3 Milliarden Euro (10,3 Prozent), Krankheiten des Verdauungssystems mit 53,7 Milliarden Euro (10,2 Prozent) und Neubildungen, darunter Krebserkrankungen, mit 52,1 Milliarden Euro (9,9 Prozent). Zusammen entfielen auf diese fünf Krankheitsgruppen 55 bis 56 Prozent der Gesamtkosten. Dieser Anteil lag laut Bundesamt seit 2015 in diesem Bereich.
Unterschiede bei den Kosten pro Kopf
Bei Frauen verursachten psychische und Verhaltensstörungen, zu denen auch Demenzerkrankungen zählen, mit durchschnittlich 990 Euro pro Kopf die höchsten Kosten. Es folgten Muskel-Skelett-Erkrankungen mit 840 Euro und Krankheiten des Kreislaufsystems mit 800 Euro. Für Erkrankungen des Verdauungssystems wurden 660 Euro und für Neubildungen 610 Euro je Frau ausgewiesen.
Bei Männern standen Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit 860 Euro pro Kopf an erster Stelle. Danach folgten psychische und Verhaltensstörungen mit 650 Euro, Neubildungen mit 630 Euro, Krankheiten des Verdauungssystems ebenfalls mit 630 Euro und Muskel-Skelett-Erkrankungen mit 450 Euro.
Die Kosten nehmen mit dem Alter zu
Auf Menschen ab 65 Jahren entfielen 284,3 Milliarden Euro beziehungsweise 53,8 Prozent der Gesamtkosten. In dieser Altersgruppe lagen die Kosten pro Kopf bei 15.080 Euro. Bei den 65- bis unter 85-Jährigen waren es 12.300 Euro, bei den über 85-Jährigen 30.150 Euro pro Person.
Die Pro-Kopf-Kosten betrugen 2.620 Euro bei den unter 15-Jährigen und 2.390 Euro bei den 15- bis 29-Jährigen. Für die 30- bis unter 45-Jährigen wurden 3.130 Euro ausgewiesen, für die 45- bis unter 65-Jährigen 5.590 Euro.
Die ausgewiesenen Krankheitskosten umfassen direkte Ausgaben für medizinische Behandlung, Prävention, Rehabilitation und Pflege. Kosten etwa durch Arbeitsausfälle sind darin nicht enthalten.
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