Gender Education Gap 2024: Frauen erzielen häufiger bessere Bildungsabschlüsse
Junge Frauen schneiden in Deutschland bei schulischer und beruflicher Bildung häufig besser ab als junge Männer. Das zeigt der vom Statistischen Bundesamt veröffentlichte Überblick zum sogenannten Gender Education Gap 2024. Unterschiede gibt es demnach sowohl bei den Schulabschlüssen als auch bei den Abschlussquoten an Hochschulen.
Frauen häufiger bei höheren Schulabschlüssen
Im Abgangsjahr 2024 machten unter den 258.300 Absolvierenden mit Allgemeiner Hochschulreife an allgemeinbildenden Schulen 55 Prozent Frauen und 45 Prozent Männer. Damit lag der Frauenanteil bei dem höheren Schulabschluss klar vorne.
Bei geringeren Schulabschlüssen kehrt sich das Verhältnis um. Unter den 133.100 Absolvierenden mit Erstem Schulabschluss waren 59 Prozent Männer und 41 Prozent Frauen. Der Erste Schulabschluss ist ein allgemeinbildender Abschluss der Sekundarstufe I, der üblicherweise am Ende der 9. Klasse erworben werden kann.
Beim Mittleren Schulabschluss war das Geschlechterverhältnis nahezu ausgeglichen. Von 344.200 Absolvierenden allgemeinbildender Schulen waren 51 Prozent Männer und 49 Prozent Frauen. Dieser Abschluss wird üblicherweise am Ende der 10. Klasse in der Sekundarstufe I erworben.
Jungen und junge Männer wiederholten häufiger eine Klasse
Auch bei den Wiederholerinnen und Wiederholern zeigte sich ein Unterschied zwischen den Geschlechtern. Im Schuljahr 2024/2025 wiederholten 148.100 Schülerinnen und Schüler eine Klassenstufe. 56 Prozent von ihnen waren männlich, 44 Prozent weiblich.
Mehr junge Männer ohne Anschluss an Bildung oder Ausbildung
Junge Männer gehen laut Statistik eher früh von der Schule ab und starten im Anschluss auch seltener in eine Aus- oder Weiterbildung. Im Jahr 2025 hatten 15 Prozent der Männer im Alter von 18 bis 24 Jahren ohne abgeschlossene Berufsausbildung maximal einen Ersten oder Mittleren Schulabschluss und waren nicht in Aus- oder Weiterbildung. Unter Frauen in derselben Altersgruppe traf dies auf 11 Prozent zu.
Die Differenz zwischen den Geschlechtern hat sich in den vergangenen Jahren vergrößert. Zehn Jahre zuvor lag der Anteil bei Frauen und Männern jeweils bei 10 Prozent. Das Statistische Bundesamt verweist darauf, dass sich diese Entwicklung teilweise auf den gestiegenen Anteil der ausländischen Bevölkerung in dieser Altersgruppe zurückführen lässt. Ihr Anteil stieg von 12 Prozent auf 17 Prozent. Junge Menschen dieser Bevölkerungsgruppe sind häufiger nicht in Schul-, Aus- oder Weiterbildung.
Bei den ausländischen jungen Männern hatte im Jahr 2025 gut ein Drittel, also 34 Prozent, keine abgeschlossene Berufsausbildung, maximal einen Ersten oder Mittleren Schulabschluss und befand sich nicht in Aus- oder Weiterbildung. Zehn Jahre zuvor lag dieser Anteil bei knapp einem Viertel, also 24 Prozent. Unter den ausländischen Frauen in derselben Altersgruppe war der Anteil niedriger und stieg im gleichen Zeitraum von 22 Prozent auf 26 Prozent.
Höhere Abschlussquoten von Frauen an Hochschulen
Auch an Hochschulen schließen Studentinnen häufiger erfolgreich ab als Studenten. Von den Studienanfängerinnen des Jahres 2020 beendeten 34 Prozent ihr Bachelorstudium nach acht Semestern erfolgreich. Bei den Männern lag die Abschlussquote bei 25 Prozent.
Bei den Masterstudiengängen lag die Abschlussquote der Studienanfängerinnen von 2020 nach sechs Semestern bei 53 Prozent. Bei ihren männlichen Kommilitonen betrug sie 48 Prozent.
Auch bei Studiengängen mit Staatsexamen erzielten Frauen die höheren Abschlussquoten. Wegen der längeren Regelstudienzeit werden hier erfolgreiche Abschlüsse nach zwölf Semestern betrachtet. Von den Studentinnen, die 2018 ihr Studium begannen, erreichten 35 Prozent innerhalb von zwölf Semestern das Staatsexamen. Bei Männern waren es 24 Prozent.
Methodische Hinweise des Statistischen Bundesamtes
Die Behörde weist darauf hin, dass die Abschlussquoten aus der Studienverlaufsstatistik 2025 getrennt für Bachelor-, Master- und Staatsexamensstudiengänge berechnet werden. Für Bachelorstudiengänge zählt der Anteil der Bacheloranfängerinnen und -anfänger eines Studienjahres mit Abschluss acht Semester nach Studienbeginn. Für Masterstudiengänge gilt der Abschluss nach sechs Semestern, bei Staatsexamensstudiengängen nach zwölf Semestern.
Als Wiederholerinnen und Wiederholer gelten Schülerinnen und Schüler, die eine Klassenstufe zum zweiten Mal durchlaufen, etwa wegen Nichtversetzung oder freiwilliger Wiederholung.
Weitere Informationen
Das Statistische Bundesamt verweist für weitere Informationen auf die Themenseiten Schulen, Hochschulen, Bildungsindikatoren und Gleichstellungsindikatoren sowie auf den Atlas zur Gleichstellung von Frauen und Männern in Deutschland. Konkrete Internetadressen nennt die Mitteilung nicht.
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