Duale Berufsausbildung 2025: 461.900 neue Ausbildungsverträge in Deutschland

Weniger neue Ausbildungsverträge: 2025 starteten 2,8% weniger duale Ausbildungen als im Vorjahr – insgesamt 461.900 Neuverträge.

Von Herold Team4 Min. Lesezeit

Weniger neue Ausbildungsverträge im Jahr 2025

Im Jahr 2025 haben in Deutschland 461 900 Menschen eine duale Berufsausbildung begonnen. Nach endgültigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes ging die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge damit im Vergleich zum Vorjahr um 2,8 Prozent oder 13 100 zurück. Bereits 2024 war die Zahl um 1,0 Prozent gesunken.

Zum 31. Dezember 2025 befanden sich bundesweit 1 211 800 Personen in einer dualen Berufsausbildung. Das waren 6 100 Personen beziehungsweise 0,5 Prozent weniger als 2024.

Beliebteste Ausbildungsberufe bei Männern und Frauen

Bei den Männern war die Ausbildung zum Kraftfahrzeugmechatroniker erneut der häufigste Ausbildungsberuf. Auf ihn entfielen 8 Prozent der Neuverträge, das entspricht 22 300 Personen. Bei Frauen lag dieser Beruf dagegen nur auf Platz 27; rund 1 500 Frauen begannen 2025 eine Ausbildung zur Kraftfahrzeugmechatronikerin.

Auf Platz 2 und 3 bei den Männern folgten der Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik mit 13 900 Neuverträgen beziehungsweise 5 Prozent sowie der Elektroniker mit 13 800 Neuverträgen, ebenfalls 5 Prozent.

Bei den Frauen war die medizinische Fachangestellte erneut der am häufigsten gewählte Ausbildungsberuf. 16 100 Auszubildende und damit 10 Prozent der Neuverträge entschieden sich dafür. Es folgten die Kauffrau für Büromanagement mit 14 900 Neuverträgen beziehungsweise 9 Prozent und die zahnmedizinische Fachangestellte mit 13 400 Neuverträgen beziehungsweise 8 Prozent.

Die Reihenfolge der drei häufigsten Ausbildungsberufe blieb bei den Frauen gegenüber dem Vorjahr unverändert. Bei den Männern fiel der Fachinformatiker 2025 auf Platz 4 zurück, nachdem dieser Beruf 2024 noch auf Platz 2 gelegen hatte. Die Zahl der Neuverträge sank hier um 2 300. Dadurch rückte der Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik auf Platz 2 vor, bei einem Plus von 100 Verträgen.

Der bei Frauen beliebteste Ausbildungsberuf der medizinischen Fachangestellten gehört bei Männern nicht zu den 50 häufigsten Berufen.

Die meisten Auszubildenden in Industrie, Handel und Handwerk

Zum 31. Dezember 2025 befanden sich die meisten Auszubildenden in einer Ausbildung im Bereich Industrie und Handel. Dort wurden 676 600 Personen gezählt, das entspricht 56 Prozent aller Auszubildenden. Im Handwerk waren es 345 700 oder 29 Prozent.

Es folgten die freien Berufe mit 112 900 Auszubildenden beziehungsweise 9 Prozent, der öffentliche Dienst mit 42 100 oder 3 Prozent, die Landwirtschaft mit 31 400 beziehungsweise 2,6 Prozent und die Hauswirtschaft mit 3 200 Auszubildenden oder 0,3 Prozent.

Mehr ausländische Auszubildende, weniger deutsche

Auffällig ist die unterschiedliche Entwicklung nach Staatsangehörigkeit. Die Zahl der deutschen Auszubildenden sank um 6 Prozent oder 25 600. Gleichzeitig stieg die Zahl der Auszubildenden ohne deutsche Staatsangehörigkeit um 18 Prozent oder 12 400 Personen.

Insgesamt wurden 2025 82 400 Neuverträge von Personen ohne deutsche Staatsangehörigkeit gemeldet. Zehn Jahre zuvor, im Jahr 2015, waren es knapp 38 800 gewesen. Damit hat sich die Zahl der Neuverträge in diesem Bereich binnen eines Jahrzehnts mehr als verdoppelt.

Deutlicher Zuwachs bei ukrainischen und vietnamesischen Staatsangehörigen

Wie schon im Vorjahr stieg die Zahl der Neuverträge besonders bei Personen mit ukrainischer und vietnamesischer Staatsangehörigkeit. Bei ukrainischen Staatsangehörigen betrug das Plus 64 Prozent auf 9 500, bei vietnamesischen Staatsangehörigen 36 Prozent auf 9 600. Zuwächse gab es zudem bei Personen mit türkischer und afghanischer Staatsangehörigkeit mit 48 beziehungsweise 47 Prozent.

Eher selten finden sich Personen ohne deutsche Staatsangehörigkeit in den Bereichen öffentlicher Dienst, Landwirtschaft oder Hauswirtschaft. Diese drei Bereiche zusammen machten bei ausländischen Auszubildenden mit Neuvertrag 1,5 Prozent oder 1 200 Personen aus. Bei deutschen Auszubildenden lag der Anteil bei etwa 7 Prozent oder 27 000 Personen.

Deutlich höher ist der Anteil ausländischer Auszubildender in den freien Berufen. Dort entfielen 17 Prozent beziehungsweise 14 300 auf Personen ohne deutsche Staatsangehörigkeit. Bei deutschen Auszubildenden lag der Anteil in diesem Bereich bei 8 Prozent oder 30 500.

Unterschiede bei der Berufswahl

Bei der Berufswahl zeigen sich Unterschiede zwischen Auszubildenden mit und ohne deutsche Staatsangehörigkeit. Bei Männern stand in beiden Gruppen der Kraftfahrzeugmechatroniker an erster Stelle.

Frauen ohne deutsche Staatsangehörigkeit entschieden sich dagegen besonders häufig für medizinische Ausbildungsberufe. Mit Abstand am häufigsten wählten sie die Ausbildung zur zahnmedizinischen Fachangestellten mit 23 Prozent. Es folgte die medizinische Fachangestellte mit 11 Prozent. Erst an dritter Stelle stand die Kauffrau für Büromanagement mit 6 Prozent.

Bei deutschen Frauen lag die Kauffrau für Büromanagement mit 10 Prozent auf Platz 1. Die medizinische Fachangestellte folgte mit 9 Prozent auf Platz 2, die Verkäuferin mit 6 Prozent auf Platz 3.

Was die Statistik erfasst

Die Angaben beruhen auf der amtlichen Datenerhebung auf Grundlage des § 88 Berufsbildungsgesetzes und umfassen Daten zu Ausbildungsberufen nach dem Berufsbildungsgesetz oder der Handwerksordnung.

Nicht erfasst sind unter anderem Berufsausbildungen an Berufsfachschulen und Schulen des Gesundheitswesens sowie die Ausbildungen zur Pflegefachfrau und zum Pflegefachmann, da diese nicht zu den dualen Berufsausbildungen nach Berufsbildungsgesetz oder Handwerksordnung zählen.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lässt die Statistik keine Aussage darüber zu, wie sich die Zahl der angebotenen Ausbildungsplätze im Jahr 2025 verändert hat oder wie viele offene Stellen unbesetzt blieben.

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