Vier Frauen erhalten Professor Niklas-Medaille

Alois Rainer verlieh am 6. Oktober in Berlin die Professor Niklas-Medaillen an vier Frauen für ihr Engagement in Landwirtschaft, Wald und ländlichen Räumen.

Von Herold Politik2 Min. Lesezeit

Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer hat am 6. Oktober beim Politischen Erntedank in Berlin die Professor Niklas-Medaillen an vier Frauen verliehen. Die Auszeichnung ist die höchste des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH). Seit 1978 ehrt das Ministerium damit besondere Verdienste in der Ernährungs-, Land- und Forstwirtschaft sowie Engagement für die dort tätigen Menschen.

In diesem Jahr gingen die Medaillen erstmals ausschließlich an Frauen. Rainer sagte bei der Preisverleihung: „Ohne Frauen geht in der Land- und Forstwirtschaft nichts.“ Die Lebenswege der Geehrten zeigten, wie wichtig es sei, die Leistungen von Frauen sichtbarer zu machen, sagte der Minister.

Engagement für Wald, Landwirtschaft und ländliche Räume

Elfriede Kett pflanzte in der unmittelbaren Nachkriegszeit als sogenannte Kulturfrau zahlreiche Setzlinge und trug zur Wiederaufforstung der stark geschädigten bayrischen Wälder bei. Auch mit 91 Jahren engagiert sie sich weiter für den Wald und baut gemeinsam mit ihrer Familie den eigenen Bestand zu einem Mischwald um. Aus persönlichen Gründen konnte sie nicht an der Verleihung teilnehmen.

Lilian Guzmán Pfeiffer leitet seit 2017 als Vorstandsvorsitzende die Agrargenossenschaft Groß Machnow in Brandenburg. Der rund 3.000 Hektar große Betrieb wird konventionell und ökologisch bewirtschaftet. Gemeinsam mit Forschenden erprobt er Ansätze zum Humusaufbau. Eine hofeigene Biogasanlage und Photovoltaikanlagen versorgen den Betrieb und die Region mit Strom. Mit Hofführungen, Feldtagen und Bildungsangeboten vermittelt Guzmán Pfeiffer außerdem Einblicke in den landwirtschaftlichen Alltag.

Magdalena Zelder engagiert sich seit mehr als 20 Jahren ehrenamtlich in Verbänden und Vereinen, besonders für Frauen innerhalb und außerhalb der Landwirtschaft. Auf ihrem Hof in Wittlich in Rheinland-Pfalz macht sie unter anderem Kindern und Jugendlichen Landwirtschaft erlebbar. Zugleich leitet sie ihren Betrieb und verbindet diese Arbeit mit dem Familienalltag. Die Mitteilung hebt auch ihren offenen Umgang mit Zukunftsängsten und Hoffnungen hervor, insbesondere im Zusammenhang mit längerer Erkrankung.

Prof. Dr. Claudia Neu forscht und lehrt zu ländlichen Räumen und ist Professorin an den Universitäten Göttingen und Kassel. Zu ihren Themen gehören sozialer Zusammenhalt, Demokratie, Ehrenamt, Daseinsvorsorge und soziale Gemeinschaften. Bis 2025 war sie Vorsitzende des Sachverständigenrats Ländliche Entwicklung und beriet das BMLEH. Als Co-Autorin der Studie „Frauen.Leben.Landwirtschaft“ machte sie auf die häufig unterschätzte Rolle von Frauen für Landwirtschaft und sozialen Zusammenhalt aufmerksam.

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