Beschäftigte lehnen Arbeitgeberangebot für die Tarifrunde in deutschen Seehäfen ab

Mehr als 5.500 Beschäftigte in den deutschen Seehäfen lehnen das Arbeitgeberangebot mehrheitlich ab: 64,7 Prozent stimmen gegen die zwölf Monate Laufzeit.

Von Herold Politik2 Min. Lesezeit

Beschäftigte lehnen Arbeitgeberangebot in der Tarifrunde Seehäfen mehrheitlich ab

In der Tarifrunde für die deutschen Seehäfen haben die Beschäftigten das von den Arbeitgebern in der vierten Verhandlungsrunde vorgelegte Angebot mit einer Laufzeit von zwölf Monaten mehrheitlich abgelehnt. Nach einer intensiven Befragung der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di votierten 64,7 Prozent der Teilnehmenden gegen das Angebot. An der Rückkopplungsrunde, die am Montag, 14. September 2026, endete, beteiligten sich mehr als 5.500 Beschäftigte. Laut ver.di entfielen 3.578 Stimmen auf Ablehnung und 1.945 auf Annahme.

Das Angebot des Zentralverbands der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) betrifft rund 11.000 Hafenbeschäftigte in Hamburg, Bremen, Bremerhaven, Emden, Brake und Wilhelmshaven. Vorgesehen sind 3,4 Prozent höhere Stundenlöhne, rückwirkend ab dem 1. August 2026. Außerdem soll das Urlaubsgeld für alle um 200 Euro steigen. Beschäftigte in den umsatzstarken Containerbetrieben, den sogenannten A-Betrieben, sollen ab dem 1. Januar 2027 zusätzlich eine um 416 Euro erhöhte Jahrespauschale erhalten.

„Mit dem in der vierten Verhandlungsrunde vorgelegten Angebot über zwölf Monate kommen die Arbeitgeber dem Wunsch der Beschäftigten nach einer kürzeren Laufzeit entgegen; die soziale Komponente, die sich verstärkt auf die unteren Lohngruppen auswirkt, fehlt jedoch. Die Arbeitgeber haben mehrfach erklärt, dass das Volumen ausgereizt sei“, sagte Sylvi Krisch, Verhandlungsführerin von ver.di gemeinsam mit Francisca Bier, am Mittwoch.

Nun leitet ver.di eine Mitgliederbefragung unter Maßgabe der Urabstimmung ein, die bis zum Abend des 1. Oktober 2026 läuft. Sprechen sich mindestens 75 Prozent der zur Mitgliederbefragung aufgerufenen Mitglieder für Ablehnung und Einleitung unbefristeter Streiks aus, berät und beschließt die ver.di-Bundestarifkommission über das Scheitern der Verhandlungen und die Einleitung unbefristeter Streiks.

Laut ver.di beginnt im Fall eines Scheiterns der Verhandlungen nicht automatisch der aktuelle Stand erneut, sondern die Gespräche würden im Zweifel von vorn und ergebnisoffen geführt. Wenn weniger als 75 Prozent der aufgerufenen Mitglieder für Ablehnung und Einleitung unbefristeter Streiks votieren, soll die Bundestarifkommission über das weitere Vorgehen beraten und beschließen, etwa über eine Annahme des Angebots.

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