Unternehmensübergaben erreichen 2024 historischen Tiefstand

Der Nachfolgemonitor 2026 meldet einen historischen Tiefstand bei Unternehmensübergaben. Kleinstbetriebe finden besonders schwer Nachfolger; 2025 sank der Frauenanteil auf 18,9 Prozent.

Von Herold Marken2 Min. Lesezeit
Metallteile auf einer Werkbank in einer fiktiven Industriehalle.

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Im Jahr 2024 wurde in Deutschland ein historischer Tiefstand bei den registrierten Unternehmensübergaben erreicht. Das geht aus dem „Nachfolgemonitor 2026“ hervor, den der Verband Deutscher Bürgschaftsbanken, Creditreform und das KCE KompetenzCentrum für Entrepreneurship & Mittelstand der FOM Hochschule erstellt haben.

Der Monitor beschreibt eine wachsende Lücke zwischen den Unternehmerinnen und Unternehmern, die ihren Betrieb übergeben wollen, und den zahlenmäßig kleineren Jahrgängen potenzieller Nachfolger. Besonders Kleinstbetriebe haben Schwierigkeiten, eine geeignete Übernehmerin oder einen geeigneten Übernehmer zu finden. Wenn das Geschäft stark von der Inhaberin oder dem Inhaber abhängt und die Ertragsmargen knapp sind, erschwert das zudem einen aus Verkäufersicht angemessenen Preis. Scheitert die Suche, kann der Betrieb geschlossen werden.

Frauenanteil sinkt, Solo-Nachfolgen nehmen zu

Der Frauenanteil unter den Übernehmenden sank 2025 auf 18,9 Prozent. Laut Factbook ist das der niedrigste Stand seit Beginn der Erfassung; in den Vorjahren hatte der Anteil bei etwa 21 Prozent gelegen. Mehr als 81 Prozent der Nachfolgen erfolgten 2025 als Solo-Nachfolge. Team-Nachfolgen bleiben damit die Ausnahme.

Das Medianalter der Übergebenden lag 2025 bei 64 Jahren und bewegte sich seit 2016 zwischen 63 und 64 Jahren. Die Übernehmenden waren im Schnitt 39,4 Jahre alt. Im Einzelhandel gingen die erfassten Übergabezahlen von 2016 bis 2025 zurück, während sich das Handwerk vergleichsweise robust entwickelte.

Investitionen beeinflussen die Ergebnisse nach der Übergabe

Eine Auswertung von 1.553 Unternehmen, die zwischen 2014 und 2022 übergeben wurden, zeigt unterschiedliche Entwicklungen bei den Ergebnissen. Bei 54,1 Prozent lag das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) zwei Jahre nach der Übernahme unter dem Wert von zwei Jahren vor der Übergabe. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg bei 52,9 Prozent der untersuchten Betriebe. Als Grund für diese unterschiedliche Entwicklung nennt die Studie vor allem nachgeholte Modernisierungsinvestitionen, deren Abschreibungen das EBIT belasten.

Bei den untersuchten Betrieben des Übergabejahrgangs 2024 lag der Umsatz im Median nominal 17 Prozent über dem Niveau drei Jahre zuvor. Der „Nachfolgemonitor 2026“ untersucht Unternehmensübernahmen, die durch Bürgschaftsbanken begleitet wurden, und ergänzt diese Informationen um Daten von Creditreform. Die Studie und ergänzende Materialien sind unter nachfolgemonitor.de kostenfrei abrufbar.

Ein früherer Bericht zu Unternehmensschließungen in Deutschland beleuchtete altersbedingte Gründe für Betriebsschließungen. Der Nachfolgemonitor richtet den Blick darauf, welche Schwierigkeiten einer Fortführung durch Übergabe entgegenstehen.

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