93 Minuten bremsen: Europas Asteroidensonde vor heiklem Manöver

Eine Raumsonde bremst für die Asteroidenforschung: Hera steht vor einem wichtigen Schritt. Was dabei geplant ist und warum Forscher die Spuren eines gezielten Einschlags untersuchen wollen.

Von Herold Deutschland1 Min. Lesezeit
Zwei Asteroidenmodelle und eine Kamera im Testlabor der ESA.

Asteroidenmodelle im ESA-Testlabor GRALS. Archivaufnahme von 2018.© ESA / G. Porter https://www.esa.int/ · GRALS binary asteroid testing · CC BY-SA 3.0 IGO · https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/igo/ · zugeschnitten, verkleinert; Bildfassung unter derselben Lizenz

Asteroidenmodelle im ESA-Testlabor GRALS. Archivaufnahme von 2018.© ESA / G. Porter · GRALS binary asteroid testing · CC BY-SA 3.0 IGO · Lizenz · zugeschnitten, verkleinert; Bildfassung unter derselben Lizenz

Im All reicht es nicht, am richtigen Ort vorbeizufliegen. Eine Sonde muss auch das richtige Tempo haben. Genau darum geht es für Europas Asteroidensonde Hera am Donnerstag, 15. Oktober: Nach dem Plan der ESA sollen drei Triebwerke zusammen 93 Minuten lang feuern und ihre Geschwindigkeit gegenüber den Zielasteroiden verringern.

Das Manöver ist angekündigt, noch nicht abgeschlossen. Die ESA hat den Ablauf am 7. Oktober beschrieben. Danach sollen die empfangenen Daten zeigen, ob Richtung und Stärke der Bremsung dem Plan entsprechen.

Ein Ziel, das Menschen schon verändert haben

Hera fliegt zum Asteroidenpaar Didymos und Dimorphos. Im September 2022 hatte die NASA-Sonde DART gezielt den kleineren Körper Dimorphos getroffen. Mit diesem Test sollte geprüft werden, ob sich ein Asteroid durch einen Einschlag ablenken lässt.

Nach den anschließend veröffentlichten Messungen verkürzte sich die Umlaufzeit von Dimorphos um Didymos von elf Stunden und 55 Minuten auf elf Stunden und 23 Minuten. Die Veränderung betrug 32 Minuten. Die ESA stellte die Ergebnisse im Oktober 2022 vor.

Hera untersucht die Folgen

Die europäische Sonde soll nun genauer untersuchen, wie der Asteroid auf den DART-Einschlag reagiert hat. Die Daten sollen helfen, aus einem einzelnen erfolgreichen Versuch eine besser verstandene Technik zur Abwehr möglicher zukünftiger Gefahren zu machen.

Vorher muss Hera ihre Reise weiter präzise steuern. Nach dem ersten langen Bremsmanöver ist für den 22. Oktober eine weitere, kürzere Triebwerksphase geplant. Ob die einzelnen Schritte gelingen, lässt sich erst nach ihrer Durchführung sagen.

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