Einwanderer prägen Deutschlands Mangelberufe

2024 arbeiten bis zu 60 % Beschäftigte mit Einwanderungsgeschichte in deutschen Mangelberufen und stärken so den Fachkräftemarkt nachhaltig.

Von Blaulichtreport2 Min. Lesezeit

Das Statistische Bundesamt hat erste Ergebnisse für das Jahr 2024 zur Beschäftigung von Personen mit Einwanderungsgeschichte veröffentlicht. Die Auswertung zeigt: In vielen Mangelberufen sind diese Beschäftigten überdurchschnittlich stark vertreten und leisten damit einen zentralen Beitrag zur Funktionsfähigkeit zahlreicher Branchen in Deutschland.

Überdurchschnittliche Beteiligung in Mangelberufen

Besonders auffällig ist der hohe Anteil von Beschäftigten mit Einwanderungsgeschichte in sogenannten Engpass- und Mangelberufen. Dazu zählen Tätigkeiten, die besonders vom Fachkräftemangel betroffen sind. In einigen dieser Berufe liegen die Anteile weit über dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt.

  • Schweiß- und Verbindungstechnik: 60 % der Beschäftigten haben eine Einwanderungsgeschichte.
  • Gastronomie: 54 % der abhängig Beschäftigten mit Einwanderungsgeschichte.
  • Gerüstbau: 48 %
  • Fahrerinnen und Fahrer von Bussen und Straßenbahnen: 47 %
  • Fleischverarbeitung: 46 %
  • Servicekräfte: 45 %
  • Beherbergung: 43 %
  • Wach- und Sicherheitsdienste, Haushalte, Lager- und Verkehrsdienstleistungen: 42 %
  • Spiel-, Wett- und Lotteriewesen sowie Post- und Kurierdienste: 41 %
  • Weitere Berufsbereiche mit hohem Anteil

    Auch in weiteren Engpassberufen sind Personen mit Einwanderungsgeschichte stärker vertreten als im Durchschnitt, etwa:

    • Kunststoff- und Kautschukherstellung
    • Hotelservice: 40 %
    • Berufskraftfahrerinnen und -fahrer im Güterverkehr: 39 %
    • Metallbearbeitung: 37 %
    • Altenpflege: 33 %
    • Speditions- und Logistikkaufleute, Metallbau, Elektrotechnik: jeweils rund 30 %
    • Unterrepräsentierte Berufsgruppen

      In einigen Berufsfeldern sind Menschen mit Einwanderungsgeschichte dagegen deutlich seltener vertreten:

      • Rettungsdienst, Justizverwaltung, Polizeivollzugsdienst: 7 %
      • Öffentliche Sozialverwaltung, Steuerverwaltungsbereich: 10 %
      • Methodik und Definition

        Als Person mit Einwanderungsgeschichte gilt, wer selbst oder bei dem beide Elternteile seit 1950 nach Deutschland eingewandert sind. Die aktuellen Zahlen basieren auf Befragungen in privaten Haushalten ab 15 Jahren. Menschen in Gemeinschaftsunterkünften – etwa Geflüchtete – sind in dieser Statistik nicht enthalten.

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        Die aktuelle Auswertung unterstreicht die bedeutende Rolle von Menschen mit Einwanderungsgeschichte auf dem deutschen Arbeitsmarkt, insbesondere in den Branchen, in denen Fachkräfte besonders gesucht sind. Weitere Details und vertiefende Grafiken stehen auf der Sonderseite des Statistischen Bundesamtes bereit.

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