Kulturgeschichte des Kläpperns im Elztalmuseum

Oliver Schrank und Andrea Knittel beleuchten Rhythmus, Formen, mögliche Ursprünge und die Verbreitung ähnlicher Instrumente beim Geschichtlichen Herbst

Von Neuseeland bis China: Kläppern kennt keine Grenzen Am Ende des Vortrags durften die Besucherinnen und Besucher die verschiedenen Rhythmusinstrumente ausprobieren.
Foto: Stadt Waldkirch

Im Rahmen des Geschichtlichen Herbstes hat im Elztalmuseum ein Vortrag die Kulturgeschichte des Kläpperns beleuchtet. Kläpperle-General Oliver Schrank von der Narrenzunft Krakeelia und Museumskuratorin Andrea Knittel führten die Besucherinnen und Besucher durch eine Tradition, die weit über Waldkirch hinausreicht.

Ein Brauch mit vielen Formen

Beim Vortrag „Kulturgeschichte des Kläpperns“ blieb es nicht bei der Theorie. Oliver Schrank zeigte, dass sich der typische Waldkircher Kläpperle-Rhythmus nicht nur mit den Waldkircher Instrumenten erzeugen lässt. Er erklang auch auf Instrumenten aus Japan, den USA oder sogar auf zwei Löffeln. Zudem wurde vorgeführt, wie unterschiedlich Kläpperle klingen können, abhängig von der Art und Beschaffenheit des verwendeten Holzes.

Andrea Knittel ordnete den Brauch historisch ein. Kläppern zur Fasnet ist demnach keineswegs nur in Waldkirch verbreitet, sondern auch in Haslach, Gengenbach, Radolfzell oder Mainz Teil der fünften Jahreszeit. In Waldkirch gibt es dabei eigene Besonderheiten: Während in Gengenbach nur Kinder kläppern, spielen in Waldkirch Jung und Alt. Außerdem wird dort nur mit einer Hand gespielt.

Ursprünge reichen weit zurück

Die genaue Herkunft des Kläpperns ist nicht eindeutig geklärt. Genannt wurden beim Vortrag verschiedene Deutungen: So könnten die Rhythmusinstrumente ursprünglich als Siecheninstrumente genutzt worden sein, um auf sich aufmerksam zu machen. Eine andere Theorie sieht im Lärm und Krach einen Weg, die dunkle Jahreszeit zu vertreiben.

Gesichert ist die Geschichte der Instrumente nicht, wohl aber ihre weite Verbreitung. Spuren finden sich in zahlreichen Kulturen rund um die Welt. Die ältesten reichen bis ins alte Ägypten zurück, wo bereits vor 5000 Jahren vergleichbare Instrumente gespielt worden sein sollen. Ähnliche Instrumente begleiten außerdem Musik, Tänze, Erzählungen oder Zeremonien, etwa in China, Japan, Spanien und Neuseeland.

Musikgeschichte für den Unterricht

Zum Vortrag gehörten zahlreiche Bilder und Videos, die das Thema anschaulich machten. Hintergrund ist ein Museumskoffer zur Kulturgeschichte des Kläpperns, den das Elztalmuseum und die Narrenzunft Krakeelia in diesem Jahr gemeinsam entwickelt haben. Interessierte Lehrkräfte von Schulen und Musikschulen können den Koffer kostenlos im Elztalmuseum ausleihen und damit die Geschichte des Kläpperns im Unterricht erlebbar machen.

Weitere Informationen zum Museumskoffer gibt es online unter www.elztalmuseum.de/museumskoffer. Informationen zum Geschichtlichen Herbst und zu allen Veranstaltungen finden sich unter www.stadtarchiv-waldkirch.de.

Der Geschichtliche Herbst findet seit 26 Jahren statt und bringt Waldkircherinnen und Waldkirchern sowie allen Interessierten verschiedene Facetten der Waldkircher Geschichte näher. Auch in diesem Jahr stehen rund 30 Veranstaltungen auf dem Programm.

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