Freiwillige Feuerwehr Künzelsau übernimmt neues LF 20 und nimmt erste Einsatzdrohne in Dienst

Übergabe und Segnung beim „Tag der offenen Tore“ mit ökumenischem Gottesdienst

Die Freiwillige Feuerwehr Künzelsau hat am Sonntag, 20. September 2026, im Rahmen des „Tags der offenen Tore“ ihr neues Löschgruppenfahrzeug LF 20 offiziell übernommen und zugleich ihre erste eigene Einsatzdrohne in Dienst gestellt. Begleitet wurde die Übergabe von einem ökumenischen Gottesdienst, in dessen Rahmen Diakon Volker Schmieg und Pfarrer Professor Dr. Jörg Hübner das neue Fahrzeug segneten.

Viele Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, die Feuerwehr kennenzulernen, Fahrzeuge und Technik zu besichtigen und mit den Einsatzkräften ins Gespräch zu kommen. Ein abwechslungsreiches Programm mit Informationen, Vorführungen sowie Essen und Getränken bot Unterhaltung für die ganze Familie. Zahlreiche Gäste verbanden den Besuch bei der Feuerwehr zudem mit einem Abstecher zur zeitgleich stattfindenden Hohenloher Wirtschaftsmesse.

Neues LF 20 ersetzt Fahrzeug aus dem Jahr 1989

Das neue Löschgruppenfahrzeug LF 20 wurde von der Albert Ziegler GmbH aufgebaut. Es bietet Platz für neun Einsatzkräfte und verfügt über einen Löschwassertank mit 2.500 Litern Fassungsvermögen. Damit ersetzt es das bisherige LF 16-TS aus dem Jahr 1989, das seine Gebrauchsgrenze erreicht hatte und technisch nicht mehr dem aktuellen Stand entsprach.

Das LF 20 ist für die Brandbekämpfung und die technische Hilfeleistung ausgestattet. Zur Ausrüstung gehören unter anderem hydraulische Rettungsgeräte, moderne akkubetriebene Einsatzgeräte, Atemschutztechnik, eine Wärmebildkamera sowie Beleuchtungs- und Stromversorgungstechnik. Umfangreiches Schlauch- und Armaturenmaterial ergänzt die Ausstattung. Durch den mitgeführten Löschwasservorrat kann die Feuerwehr bei einem Brandeinsatz unmittelbar mit der Brandbekämpfung beginnen, ohne zunächst auf eine externe Wasserversorgung angewiesen zu sein.

Die Investitionskosten für das LF 20 belaufen sich auf 614.638,17 Euro. Davon werden 96.000 Euro durch das Land Baden-Württemberg und weitere 48.000 Euro durch den Hohenlohekreis bezuschusst.

Christian Freiherr von Stetten, stellvertretender Bürgermeister und Mitglied des Bundestages, nahm den Fahrzeugschlüssel von Oliver Bauer von Daimler Truck entgegen, um ihn gleich weiterzureichen an Stadtbrandmeister Thomas Böhret und Abteilungsleiter Stephan Klein. Von Stetten dankte stellvertretend für Bürgermeister Stefan Neumann den Mitgliedern des Gemeinderates, die die Finanzierung möglich gemacht hätten, und wünschte dem Fahrzeug und den Feuerkameradinnen und -kameraden alles Gute. Marco Hess, der Erste Landesbeamte des Hohenlohekreises, würdigte die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr. Stadtbrandmeister Thomas Böhret dankte seinerseits dem Gemeinderat und der Stadtverwaltung Künzelsau sowie dem Hohenlohekreis und dem Land Baden-Württemberg.

Erste eigene Drohne ergänzt die Einsatzmöglichkeiten

Mit der neuen Einsatzdrohne verfügt die Feuerwehr Künzelsau erstmals über eine eigene Drohne. Die rund 15.000 Euro teure Technik steht für den operativen Einsatz zur Verfügung. Sie ermöglicht eine schnelle Lageerkundung aus der Luft und kann bei größeren, unübersichtlichen oder schwer zugänglichen Einsatzstellen einen raschen Überblick verschaffen. So lässt sich beispielsweise bei Bränden die Ausbreitung des Feuers beobachten. Nach Unwettern oder anderen größeren Schadenslagen können betroffene Bereiche schneller überblickt und Gefahrenstellen erkannt werden. Die gewonnenen Bilder und Informationen unterstützen die Einsatzleitung bei der Lagebeurteilung und der Planung weiterer Maßnahmen.

Stadtbrandmeister Thomas Böhret bezeichnete die Drohne als wichtige Ergänzung der bisherigen Einsatzmöglichkeiten. Die Beschaffung wird ebenfalls durch das Land Baden-Württemberg unterstützt. Ein entsprechender Antrag über 10.000 Euro wurde gestellt; über die endgültige Bewilligung ist noch nicht entschieden. Die Stadtverwaltung Künzelsau hatte jedoch einen vorzeitigen Maßnahmenbeginn beantragt und dafür die Zustimmung des Landes erhalten.

Blick hinter die Kulissen

Der „Tag der offenen Tore“ bot zugleich die Gelegenheit, die Arbeit der Feuerwehr aus nächster Nähe kennenzulernen. Fahrzeuge und Ausrüstung konnten besichtigt werden, Einsatzkräfte standen für Fragen zur Verfügung und insbesondere Familien konnten Feuerwehr hautnah erleben. Mit dem neuen LF 20 und der ersten eigenen Einsatzdrohne verfügt die Feuerwehr Künzelsau über zwei zusätzliche moderne Einsatzmittel, die die Einsatzfähigkeit und damit die Sicherheit in Künzelsau und bei überörtlichen Einsätzen der Stützpunktfeuerwehr stärken.

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