ZOB Pforzheim: Fassadensanierung startet im Frühjahr 2027
Austausch statt Reinigung nach Schäden – Kosten von rund 500.000 Euro, großer Anteil aus Schadensersatz
Die Planungen für die Fassadensanierung am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) in Pforzheim sind nach Angaben der Stadt nach umfangreichen Abstimmungen mit der Deutschen Bahn abgeschlossen. Der Austausch der Fassadenbekleidung soll voraussichtlich im Frühjahr 2027 erfolgen.
Konkret sind die Arbeiten nach derzeitiger Planung im Zeitraum vom 19. März bis 14. Mai 2027 vorgesehen. Die lange Vorlaufzeit begründet die Stadt damit, dass die bahnseitige Sanierung mit erforderlichen Sperrungen der Bahnstrecke verbunden ist.
Reinigung nicht mehr möglich
Nach Angaben von Baubürgermeister Tobias Volle kommt eine Reinigung der Fassade nicht mehr in Betracht. Stattdessen sei ein Austausch der Fassadenbekleidung nötig, da die Fassade inzwischen zu stark beschädigt sei.
Parallel dazu läuft beim Gebäudemanagement die Ausführungsplanung. Diese umfasst die Vergabe von Gerüstbau- und Fassadenarbeiten. Die Ausschreibung der Bauleistungen ist für Herbst 2026 vorgesehen.
Kosten und Finanzierung
Die Gesamtkosten der Sanierung werden derzeit auf rund 500.000 Euro geschätzt. Davon können nach Angaben der Stadt 320.000 Euro aus Schadensersatzleistungen des anhängigen Gerichtsverfahrens gedeckt werden.
Hintergrund der Schäden
Der ZOB war 2015 nach einem Wettbewerbsverfahren in Betrieb genommen worden. Bereits 2017 wurden Risse an der Außenhaut festgestellt.
Bei der Schadensaufnahme durch einen unabhängigen Sachverständigen stellte sich laut Stadt heraus, dass das geplante Trockenbaukleidungssystem nicht fachgerecht ausgeführt worden war. Zudem hätten notwendige Dehnungsfugen gefehlt. Weiter festgestellt wurden Versäumnisse bei der Objektüberwachung sowie eine unzureichende Planung des Dachrandanschlussdetails im Übergang zum gerundeten Wandbereich des Foliendachs.
Als Verursacher wurden damals sowohl die ausführende Firma als auch das Planungsbüro identifiziert. Nach Vorlage des Gutachtens war bereits eine Sanierungsmaßnahme vorgeschlagen worden, deren Kosten ebenfalls mit rund 500.000 Euro beziffert wurden.
Gerichtsverfahren
Die Angelegenheit wurde vor dem Landgericht verhandelt. Im Februar 2025 wurde der Stadt Pforzheim nach eigenen Angaben ein Schadensersatz in Höhe von rund 286.000 Euro zuzüglich Zinsen zugesprochen.
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