Stadt Friedrichshafen erwirbt Waldflächen im Seewald
Die Hofkammer des Hauses Württemberg verkauft 14 Flurstücke; das Geschäft ist notariell beurkundet und abgeschlossen, der Waldbestand wächst auf rund 465 Hektar.

Die Hofkammer des Hauses Württemberg hat insgesamt 14 Flurstücke im Seewald an die Stadt Friedrichshafen verkauft. Das Grundstücksgeschäft ist inzwischen notariell beurkundet und abgeschlossen.
Der Kauf der insgesamt rund 165 Hektar Waldflächen auf den Gemarkungen Friedrichshafen, Kehlen und Eriskirch war vom Gemeinderat im März 2026 beschlossen worden. Mit den zusätzlichen Flächen wächst der Bestand der städtischen Waldflächen auf rund 465 Hektar. Im Seewald verfügt die Stadt nun über eine große zusammenhängende Waldfläche, was die Bewirtschaftung erleichtern soll.
Oberbürgermeister Simon Blümcke bezeichnete den Erwerb als wichtige Investition in die Zukunft, mit Blick auf den Klimaschutz ebenso wie auf die Bedeutung städtischen Waldes für Lebensqualität, Naherholung und Freizeit.
Für Wilhelm Herzog von Württemberg zeigt sich mit dem Verkauf erneut die besondere Verbundenheit des Hauses Württemberg mit der Stadt. Er erklärte, es sei dem Haus ein Anliegen, dass die Forstflächen nun in städtischem Besitz eingebettet und weiterhin nachhaltig gepflegt und bewirtschaftet werden. Die Hofkammer will sich künftig stärker auf ihre zusammenhängenden Flächen in den Landkreisen Ravensburg, Sigmaringen und Heilbronn konzentrieren.
Nachhaltiges Waldmanagement
Die neu hinzugewonnenen Flächen werden nach den Grundsätzen des städtischen Waldmanagements bewirtschaftet. Dabei sollen natürliche und naturnahe Waldgesellschaften erhalten und entwickelt werden. Auch die Klimaanpassung spielt eine Rolle. Um die Resistenz, Resilienz und Anpassungsfähigkeit der Baumbestände zu fördern, sollen verschiedene Baumarten unterstützt werden.
Die Waldflächen erfüllen zudem wichtige Filter- und Pufferfunktionen für Grund- und Oberflächenwasser. Größere Flächen erhöhen nach Angaben der Stadt die ökologische Resilienz und fördern die Biodiversität.
Als Ökokontomaßnahme ist die Wiedervernässung von etwa 43 Hektar entwässerten Gleyböden vorgesehen. Gleichzeitig soll auf einer Fläche von etwa zwei Hektar eine Sumpffläche entstehen. Dadurch kann eine ökologische Aufwertung von rund 2,5 Millionen Ökopunkten erzielt werden. Die Ausgaben hierfür belaufen sich auf rund 250.000 Euro. Nach Angaben der Stadt können diese in den kommenden Jahren durch Erlöse aus der Vermarktung von Fichtenholz aus einem 120 Hektar großen Teil des Stadtwalds refinanziert werden.
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