Mehrheitlicher Gemeinderatsbeschluss für barrierefreien Wohnungsbau in der Paulinenstraße

SWG plant 54 barrierefreie Wohnungen mit Förderung für preisreduzierte Mieten, begrünten Dächern und Wärmepumpen mit Photovoltaikunterstützung

54 Wohnungen können in der Paulinenstraße neu gebaut werden. (Visualisierung: SWG) - 2 -
Foto: friedrichshafen.de

Der Gemeinderat der Stadt Friedrichshafen hat dem Bauvorhaben der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft Friedrichshafen mbH (SWG) in der Paulinenstraße mehrheitlich zugestimmt und die Anwendung des sogenannten Bauturbos gemäß § 34 Absatz 3b BauGB genehmigt.

Auf dem Grundstück sollen 54 barrierefreie Wohnungen mit insgesamt 3.818 Quadratmetern Wohnfläche entstehen. Die Wohnungen können dank der Wohnraumförderung für 40 Jahre preisreduziert vermietet werden, also 40 Prozent unterhalb der ortsüblichen Vergleichsmiete. Die geplante durchschnittliche Miete soll bei etwa 9 bis 9,50 Euro je Quadratmeter Wohnfläche liegen. Vorgesehen sind Wohnungen für Singles, Familien, Wohngemeinschaften und Pflegebedürftige.

Oberbürgermeister Simon Blümcke verwies auf die Bedeutung des Vorhabens für den Wohnungsbau in Friedrichshafen. Mit dem Projekt der SWG und dem Bauturbo komme die Stadt einen entscheidenden Schritt weiter, so Blümcke.

Vier Baukörper mit begrünten Dächern

Das rund 3.070 Quadratmeter große Grundstück liegt zwischen der Bahnlinie Friedrichshafen-Ulm und der Paulinenstraße. Geplant ist eine kammartige Wohnbebauung mit vier Baukörpern. Drei dreigeschossige Gebäude mit begrünten Flachdächern sollen rechtwinklig an ein längeres Gebäude mit vier Vollgeschossen angeschlossen werden, das parallel zur Bahnlinie verläuft.

In dem längeren Gebäudeteil sind Treppenhäuser und Aufzüge vorgesehen. Alle Wohnungen sollen barrierefrei erschlossen werden und über Balkone, Terrassen oder Austritte verfügen. Im Untergeschoss sind eine Tiefgarage, Fahrradabstellplätze und Nebenräume geplant. Zudem sind 32 Tiefgaragenstellplätze und zehn oberirdische Stellplätze vorgesehen.

Die Beheizung soll über Wärmepumpen mit Photovoltaikunterstützung erfolgen. Für das Vorhaben ist der Energiestandard EH 55 EE vorgesehen. Begrünte Dächer und integrierte Grünflächen sollen nach Angaben der Stadt zur Verbesserung des Mikroklimas beitragen und Regenwasser speichern.

Abweichung vom Einfügungsgebot

Eine Baugenehmigung nach § 34 BauGB konnte für das Vorhaben bisher nicht erteilt werden, da es sich nicht in die Umgebungsbebauung einfügt. Der im Oktober 2025 eingeführte Bauturbo ermöglicht nun Abweichungen vom Einfügungsgebot für Wohnbauvorhaben im unbeplanten Innenbereich. In einem solchen Bereich liegt das geplante Vorhaben.

Mit der mehrheitlichen Zustimmung des Gemeinderats liegt nun die notwendige Zustimmung der Gemeinde vor. Die Stadt Friedrichshafen will künftig Leitplanken für die Anwendung des Bauturbos beraten.

Baubürgermeister Julius Mihm sieht in dem Instrument eine Möglichkeit, weiteren Wohnraum zu schaffen. Nach seiner Einschätzung müsse sich die Stadt an einigen Stellen neu positionieren und den Bauturbo nutzen, wenn weiterhin Wohnungen entstehen sollen.

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