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Mobiles Grüne Zimmer® auf dem Schulhof der Paul-Lechler-Schule in Böblingen

Erprobung von Hitzeschutz-Lösungen für einen begrünten, schattenspendenden Rückzugsort im Unterricht

Von Redaktion Böblingen08.09.26, 12:58

Auf dem Schulhof der Paul-Lechler-Schule in Böblingen wird ab Mittwoch, 9. September, für einen Monat das Mobile Grüne Zimmer® erprobt. Mit dem Projekt will die Stadt innovative Lösungen für den Hitzeschutz auf Schulhöfen testen. Die Firma Helix unterstützt das Vorhaben durch die Beistellung des Mobilen Grünen Zimmers®.

Das Angebot ist Teil eines Schulprojekts und richtet sich auf einen besonders sensiblen Bereich: stark versiegelte Schulhöfe, auf denen Hitze von Kindern und Jugendlichen deutlich wahrgenommen wird. Gerade für vulnerable Gruppen, zu denen auch Kinder gehören, kann hohe Wärmebelastung nach Angaben der Stadt nicht nur unangenehm, sondern auch gefährlich sein.

Grüner Rückzugsort auf dem Schulhof

Das Mobile Grüne Zimmer® besteht aus bepflanzten und schattenspendenden Elementen, die an einen sogenannten „vertical garden“ erinnern. Damit soll ein grüner Rückzugsort zum Lernen und Ausruhen entstehen, der zugleich in den Unterricht eingebunden werden kann.

Schulleiterin Nadine Rathmann beschreibt das Projekt als Bereicherung für den Schulalltag. Sie verweist darauf, dass hohe Temperaturen insbesondere für Schülerinnen und Schüler an heißen Tagen deutlich spürbar seien. Das Mobile Grüne Zimmer® biete einen Rückzugsraum, einen Treffpunkt und zugleich einen Lernort, an dem Natur- und Umweltthemen im Unterricht erlebbarer würden. Außerdem freue sich die Schule, ihre Erstklässlerinnen und Erstklässler in diesem Jahr mit diesem Angebot willkommen zu heißen.

Die schuleigene Garten-AG unterstützt die Pflege des Mobilen Grünen Zimmers®. Bereits zuvor hatte die Schule auf Initiative der Schulleitung ein mobiles Sonnensegel installiert.

Einordnung durch die Stadt

Die Stadt Böblingen verweist auf die Auswirkungen des Klimawandels und der Hitzeentwicklung im Schulalltag. Laut Deutschem Wetterdienst ist der diesjährige Sommer in Baden-Württemberg nach vorläufiger Auswertung der wärmste, der je gemessen wurde. Eine Studie des DWD zum Zusammenhang der Hitzewelle im Juni 2026 mit dem Klimawandel kommt demnach zu dem Ergebnis, dass die Intensität eines solchen Ereignisses ohne den Einfluss des Klimawandels statistisch nicht möglich gewesen wäre.

Die Leitung der städtischen Stabsstelle Klimaschutz und Nachhaltigkeit, Marie-Luise Zaiß, erklärt, dass extreme Hitze durch den Klimawandel wahrscheinlicher werde und die Auswirkungen auch in Böblingen spürbar seien. Die Stadt arbeite daher kontinuierlich daran, den Ursachen durch Klimaschutz und den Folgen durch Klimaanpassung entgegenzuwirken. Für die Paul-Lechler-Schule liege laut stadtklimatischer Analyse eine erhöhte Hitzebelastung vor. Gleichzeitig seien flächendeckende Entsiegelung und Baumpflanzungen dort nur eingeschränkt möglich. Das Projekt solle deshalb Erkenntnisse dazu liefern, welchen Beitrag mobile Begrünungs- und Verschattungslösungen als ergänzender Baustein zur Hitzevorsorge an Bildungsstandorten leisten können und wie sie angenommen werden. Die Erfahrungen sollen für weitere Maßnahmen an Schulen und Kindertageseinrichtungen in Böblingen nutzbar gemacht werden.

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