Panel „Artikel 13“ zur Kunstfreiheit in Europa im Theater Baden-Baden

Eintritt frei: Diskussion zur Wirkung von Artikel 13 der EU-Grundrechtecharta in der künstlerischen Praxis und zu kulturpolitischen Rahmenbedingungen

Im Rahmen des Eröffnungswochenendes des Theater Baden-Baden findet am Samstag, 26. September 2026, um 19 Uhr im Großen Haus das Panel „Artikel 13“ zur Kunstfreiheit in Europa statt. Der Eintritt ist frei.

Mit der Eröffnung als „Stadttheater Europas“ stellt sich das Theater Baden-Baden die Frage nach der Rolle von Kunst in einer europäischen Gegenwart. Im Mittelpunkt steht dabei, welche Freiheit Kunst braucht, wo ihre Grenzen liegen und wie sich künstlerische Freiheit in der Praxis zeigt.

„Artikel 13“ der Charta der Grundrechte der Europäischen Union garantiert die Freiheit der Kunst und der Forschung. Das Panel greift die Frage auf, wie dieses Grundrecht in der künstlerischen Praxis wirkt, wenn Kunst provoziert, verletzt oder politische und gesellschaftliche Konflikte berührt. Zugleich geht es um die Spannungsfelder zwischen künstlerischer Freiheit, Zensur, Repression und gesellschaftlicher Verantwortung.

Die Veranstaltung nimmt auch die aktuelle Lage kulturpolitischer und finanzieller Rahmenbedingungen in den Blick. Vor dem Hintergrund angespannter öffentlicher Haushalte und unter Druck geratener Kulturinstitutionen wird gefragt, was Kunst kosten darf und welche Kunst sich eine Gesellschaft leisten will und kann. Damit verbindet das Panel die Diskussion um materielle Voraussetzungen künstlerischer Arbeit mit der Frage nach dem Raum, den eine demokratische Gesellschaft ihrer Kunst zugesteht.

Mitwirkende

Im Gespräch sind die Schriftstellerin und Dichterin Volha Hapeyeva, die freie Dramaturgin und Theatermacherin Sofie Boiten sowie Prof. Dr. Julius Heinicke, Kulturwissenschaftler. Moderiert wird das Gespräch von Theresa Gunkel, freier Journalistin und Moderatorin.

Volha Hapeyeva

Volha Hapeyeva wurde 1982 in Minsk in Belarus geboren. Sie ist Lyrikerin, Autorin, Künstlerin und promovierte Linguistin. Für ihr Werk erhielt sie zahlreiche Preise, darunter den „Wortmeldungen“-Literaturpreis 2022 und den manuskripte-Preis 2025. Ihre Gedichte wurden in mehr als 15 Sprachen übersetzt. Sie schreibt auf Belarusisch und Deutsch und ist häufig Gast auf internationalen Festivals. Auf Deutsch erschienen unter anderem ihr Roman „Samota. Die Einsamkeit wohnte im Zimmer gegenüber“, der Lyrikband „Trapezherz“ und der Prosaband „Wörterbuch einer Nomadin“.

Sofie Boiten

Sofie Boiten studierte Theaterwissenschaft an der Universität von Amsterdam und Dramaturgie an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig. Als freie Dramaturgin arbeitet sie mit verschiedenen Regisseur*innen in den Niederlanden und in Deutschland zusammen. Eine enge künstlerische Zusammenarbeit verbindet sie besonders mit dem Regisseur Lorenz Nolting. Gemeinsam waren sie unter anderem am Theater Osnabrück, am Thalia Theater Hamburg und am Münchner Volkstheater tätig. Ihre Arbeit „Kohlhaas (Glück der Erde, Rücken der Pferde)“ wurde zum Radikal Jung Festival 2025 eingeladen.

Prof. Dr. Julius Heinicke

Prof. Dr. Julius Heinicke ist Professor für Kulturpolitik und Inhaber des UNESCO-Lehrstuhls für Kulturpolitik sowie geschäftsführender Direktor des Instituts für Kulturpolitik der Universität Hildesheim. Er ist außerdem Visiting Professor an der University of Toronto in Kanada und der University of Arts in Belgrad in Serbien.

Theresa Gunkel

Theresa Gunkel ist freie Journalistin und Moderatorin. In ihrer journalistischen Arbeit berichtet sie vor allem über Kultur- und Gesellschaftsthemen. Sie arbeitet unter anderem für den WDR und ist Radiomoderatorin bei SWR Kultur.

Im Anschluss an das Panel tritt die Band Zweilaster auf.

Eigene Anzeige

Hier könnten Ihre Neuigkeiten stehen

Erreichen Sie Menschen in dieser Region – transparent als Anzeige gekennzeichnet.

Jetzt anfragen

Hat dir der Artikel geholfen? Teile ihn gern: