Geschlechterdiversität in deutschen Ausbildungsberufen

Wiesbaden reportiert geringe Frauenanteile in MINT-Ausbildungsberufen, während handwerkliche Branchen zunehmend geschlechterübergreifend werden—zukunftsweisend für den Arbeitsmarkt.

Von Redaktion2 Min. Lesezeit

Die aktuelle Pressemitteilung aus Wiesbaden beleuchtet die Entwicklung der Geschlechterverteilung in verschiedenen Ausbildungsberufen in Deutschland. Während einige Branchen eine ausgewogenere Verteilung zeigen, sind viele Ausbildungsberufe weiter fest in männlicher oder weiblicher Hand. Insbesondere in MINT-Berufen bleibt der Frauenanteil nahezu unverändert gering.

Geschlechterverteilung in Ausbildungsberufen: Ein differenziertes Bild

Aus den amtlichen Daten ergibt sich, dass nach wie vor viele Ausbildungsberufe von einem deutlichen Geschlechterüberhang geprägt sind. Während sich im Friseurhandwerk eine bemerkenswerte Entwicklung zeigt, bleibt der Anteil von Frauen in technischen Berufen weiterhin sehr niedrig.

  • Im Friseurhandwerk ist der Männeranteil bei neuen Ausbildungsverträgen in den letzten zehn Jahren von 13 % auf beachtliche 34 % gestiegen. Aktuell entspricht das etwa 6.000 abgeschlossenen Verträgen.
  • Im Lebensmittelhandwerk nimmt die Bedeutung von Frauen zu, beispielsweise bei Fachverkäuferinnen und -verkäufern, mit einem Anteil von 28 %.
  • Die Zahl der weiblichen Tischlerinnen steigt: 20 % der neu begonnenen Ausbildungsverträge in diesem Bereich entfallen auf Frauen.
  • Im Berufskraftfahrerbereich liegt der Frauenanteil mit 2 % jedoch weiterhin auf einem niedrigen Niveau, was 3.200 abgeschlossenen Verträgen entspricht.
  • Stand der Dinge bei MINT-Berufen

    Besonders deutlich wird das Ungleichgewicht bei den sogenannten MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). Hier liegt der Anteil der Frauen mit 12 % an den 2023 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen nur minimal über dem Wert von 2013, der bei 11 % lag. Insgesamt entspricht dies 170.100 Auszubildenden.

    Hintergründe und methodische Hinweise

    Die präsentierten Ergebnisse beruhen auf amtlichen Datenerhebungen nach dem Berufsbildungsgesetz sowie der Handwerksordnung. Wichtig zu beachten ist, dass Berufsausbildungen an Berufsfachschulen, im Gesundheitswesen sowie im Pflegebereich in diesen Statistiken nicht enthalten sind.

    Verschiebungen deuten auf gesellschaftlichen Wandel

    Die beobachteten Veränderungen, wie der steigende Männeranteil im Friseurhandwerk oder mehr Frauen in handwerklichen Berufen wie dem Tischlerhandwerk, zeigen, dass tradierte Rollenmuster in einigen Branchen aufgebrochen werden. Dennoch gibt es weiterhin klare geschlechtsspezifische Schwerpunkte, insbesondere in technischen Ausbildungsberufen.

    Weitere Informations- und Beratungsangebote

    Für vertiefende Informationen zur Entwicklung der Geschlechterverteilung in deutschen Ausbildungsberufen oder zum Fachkräftebedarf bietet das Statistische Bundesamt weitere Ressourcen an. Ebenso stellt die amtliche Statistik eine wichtige Grundlage für die Beobachtung gesellschaftlicher Trends und die Entwicklung gezielter Fördermaßnahmen dar.

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