Pflegeschulen im Rhein-Neckar-Kreis: Start mit 151 Auszubildenden zur Pflegefachkraft

Ein Projekt zur Rekrutierung internationaler Auszubildender und ein Teilzeitmodell zur besseren Vereinbarkeit begleiten die Ausbildung 2026/2027.

Pflegeschulen im Rhein-Neckar-Kreis: Start mit 151 Auszubildenden zur Pflegefachkraft
Pflegeschulen im Rhein-Neckar-Kreis: Start mit 151 Auszubildenden zur PflegefachkraftFoto: rhein-neckar-kreis.de

Die Pflegeschulen des Rhein-Neckar-Kreises starten mit insgesamt 151 Auszubildenden zur Pflegefachkraft in das Schuljahr 2026/2027. Nach Angaben des Landratsamts ist dies ein Rekord für die öffentlichen Pflegeschulen. Seit Einführung der generalistischen Pflegeausbildung sei das Interesse an diesem Berufsweg noch nie so groß gewesen.

„Es ist schön zu sehen, wie sich unsere Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartner in der Ausbildung von Fachkräften engagieren und so einen wesentlichen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten“, sagte Alexander Hack, der zusammen mit Sascha Brüning die generalistische Pflegeausbildung beim Rhein-Neckar-Kreis koordiniert.

Unterstützung für internationale Auszubildende

Über das Projekt „care & stay!“ erhalten ausgewählte Pflegeeinrichtungen Unterstützung bei der gezielten Rekrutierung internationaler Auszubildender für die generalistische Pflegeausbildung. Das Projekt ist eine Kooperation des Rhein-Neckar-Kreises mit der Albert-Schweitzer-Schule und wird von der Heidehof-Stiftung gefördert.

Die Auszubildenden werden auf dem Weg nach Deutschland und während der Ausbildung individuell begleitet. Zudem unterstützt das Projekt die Einrichtungen beim Onboarding und bei der Netzwerkarbeit mit der zuständigen Anerkennungsstelle, mit Vermittlungsagenturen und mit Sprachschulen im Ausland.

Aus einem Pool mit rund 300 Bewerbungen wurden durch ein strukturiertes Auswahlverfahren für das Schuljahr 2025/2026 elf und für das aktuelle Schuljahr 2026/2027 dreizehn geeignete Auszubildende aus dem Ausland gewonnen. Seit Beginn des Projekts vor zwei Jahren ist nach Angaben des Kreises kein Ausbildungsabbruch zu verzeichnen.

Auszubildende zwischen 16 und 56 Jahren

Mit dem neuen Schuljahr kommen nicht nur junge Schulabgängerinnen und Schulabgänger in die Ausbildung, sondern auch Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger, die nach vielen Jahren Berufstätigkeit einen Neustart in der Pflege wagen. In den Unterrichtsräumen werden nach den Sommerferien Schülerinnen und Schüler im Alter von 16 bis 56 Jahren zusammenkommen.

Damit dies gelingen kann, werden in den Pflegeschulen des Rhein-Neckar-Kreises unter anderem besondere Angebote der Sprachförderung vorgehalten.

Teilzeitmodell für mehr Vereinbarkeit

Um familiäre Verpflichtungen besser mit einer Pflegeausbildung vereinbaren zu können, haben die Pflegeschulen des Rhein-Neckar-Kreises ein vierjähriges Ausbildungsmodell eingeführt. Dabei wird die Vollzeitausbildung über vier Jahre gestreckt und die wöchentliche Arbeitszeit beim Träger der praktischen Ausbildung auf 75 Prozent reduziert.

Das neue Teilzeitmodell wird ab diesem Schuljahr an der Albert-Schweitzer-Schule in Sinsheim erprobt.

Wachsende Anforderungen an die Ausbildungspraxis

Der hohe Ausbildungsstand stellt den Kreis zugleich vor die Aufgabe, genügend Einsatzplätze für die vorgeschriebenen Ausbildungsabschnitte in Krankenhäusern, stationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen sowie psychiatrischen Pflegestationen und Versorgungsbereichen für Kinder und Jugendliche vorzuhalten.

Durch die stark gestiegenen Zahlen und die ab 2028 startende Pflegefachassistenzausbildung werden insbesondere in Krankenhäusern und Kliniken zusätzliche Kapazitäten benötigt.

Angebotene Pflegeschulen im Kreis

Die generalistische Pflegeausbildung wird im Rhein-Neckar-Kreis an folgenden Pflegeschulen angeboten:

  • Bildungszentrum Gesundheit Wiesloch
  • Albert-Schweitzer-Schule Sinsheim
  • Helen-Keller-Schule Weinheim
  • Louise-Otto-Peters-Schule Hockenheim

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