Mehr Rücksicht zum Schulstart im Straßenverkehr
Rhein-Neckar-Kreis und AGFK-BW appellieren zu Aufmerksamkeit, Tempo-Reduzierung und freien Sicht- sowie Geh- und Radwegen

Zum Schulstart am 14. September rufen der Rhein-Neckar-Kreis und die Arbeitsgemeinschaft Fahrrad- und Fußverkehrsfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg e. V. (AGFK-BW) zu besonderer Rücksicht im Straßenverkehr auf. Hintergrund ist, dass in Baden-Württemberg das neue Schuljahr beginnt und damit im Rhein-Neckar-Kreis wieder viele Kinder und Jugendliche unterwegs sind. Besonders Schulanfängerinnen und Schulanfänger sowie Kinder, die auf eine weiterführende Schule wechseln, seien mit dem Schulweg oft noch wenig vertraut.
Der Kreis und die AGFK-BW bitten alle Verkehrsteilnehmenden um erhöhte Aufmerksamkeit und ein rücksichtsvolles Miteinander. Kinder nähmen den Straßenverkehr anders wahr als Erwachsene, könnten Geschwindigkeiten und Entfernungen noch nicht zuverlässig einschätzen, ließen sich leichter ablenken und würden wegen ihrer Körpergröße zwischen parkenden Fahrzeugen häufig erst spät gesehen.
Landrat Manuel Just betonte, gerade zu Beginn des neuen Schuljahres müsse man besonders aufmerksam sein und Rücksicht auf die jüngsten Verkehrsteilnehmenden nehmen. Zugleich sei es wichtig, Kinder dabei zu unterstützen, ihren Schulweg Schritt für Schritt selbstständig und sicher zurückzulegen. Er wünsche allen Schülerinnen und Schülern im Rhein-Neckar-Kreis einen guten und vor allem sicheren Start in das neue Schuljahr.
Rücksicht an Schulen, Haltestellen und Querungsstellen
Für Autofahrende gilt nach Angaben des Kreises insbesondere an Schulen, Kindertagesstätten, Bushaltestellen und Querungsstellen: Geschwindigkeit reduzieren, aufmerksam bleiben und jederzeit bremsbereit sein. Gehwege, Radwege und Sichtachsen müssen freigehalten werden.
Auch Radfahrende und Nutzende von E-Scootern sollen ihre Geschwindigkeit dort anpassen und ausreichend Abstand halten.
Warnung vor „Elterntaxis“
Der Rhein-Neckar-Kreis weist zudem darauf hin, dass sogenannte „Elterntaxis“ vor Schulen oft unübersichtliche Verkehrssituationen schaffen. Zwar entscheiden sich Eltern häufig aus Sicherheitsgründen dafür, ihre Kinder mit dem Auto zu bringen. Dadurch werde die Verkehrssituation vor der Schule jedoch unübersichtlich und gefährde Kinder, die zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind.
Eltern sollten sich deshalb gut überlegen, ob das Elterntaxi wirklich notwendig sei. Wer Kinder mit dem Auto zur Schule bringe, solle zumindest nicht unmittelbar vor dem Schuleingang halten oder wenden. Besser sei es, das Fahrzeug in einiger Entfernung abzustellen und das letzte Stück gemeinsam zu Fuß zurückzulegen.
So lässt sich der Schulweg vorbereiten
Ein selbstständig zurückgelegter Schulweg fördere Bewegung, Orientierung und Selbstvertrauen. Eltern können ihre Kinder nach Darstellung des Kreises gezielt darauf vorbereiten:
- Den sichersten Weg auswählen: Nicht immer sei der kürzeste Weg auch der beste. Empfohlen werden möglichst ruhige Straßen, Gehwege, Ampeln und sichere Querungsstellen.
- Den Weg gemeinsam üben: Der Schulweg sollte mehrmals zu den üblichen Schulzeiten gemeinsam abgelaufen oder mit dem Fahrrad gefahren werden. So erlebten Kinder die tatsächliche Verkehrssituation. An Einfahrten, Kreuzungen, parkenden Fahrzeugen und Bushaltestellen sollten Eltern erklären, worauf besonders zu achten ist.
- Das Kind den Weg erklären lassen: Beim gemeinsamen Üben kann das Kind zeigen und erklären, wo es wartet, schaut oder die Straße überquert. So lasse sich erkennen, ob die wichtigsten Regeln verstanden wurden.
- Selbstständigkeit schrittweise erweitern: Zunächst können Eltern mit etwas Abstand folgen. Später kann das Kind den Weg gemeinsam mit anderen Kindern und schließlich allein zurücklegen. Entscheidend sei dabei nicht unbedingt das Alter, sondern ob das Kind den Weg sicher beherrscht.
Als weitere Möglichkeit nennt die Mitteilung sogenannte Laufbusse oder Fahrradbusse, bei denen mehrere Kinder gemeinsam zur Schule gehen oder radeln. Solche organisierten Gruppen könnten den Einstieg in einen selbstständigen Schulweg erleichtern. Ob es bereits entsprechende Gruppen gibt, können Eltern bei der jeweiligen Schule erfragen.
Mitglied in der AGFK-BW seit 2011
Der Rhein-Neckar-Kreis ist seit 2011 Mitglied in der AGFK-BW. Gemeinsam setzen sich die Mitglieder für sicheren, komfortablen Rad- und Fußverkehr ein. Die AGFK-BW ist nach eigenen Angaben ein Netzwerk aus rund 120 Landkreisen, Städten und Gemeinden. Mit der Vision 2030 will der Verein erreichen, dass aktive Mobilität als Basismobilität so einfach, sicher und bequem ist, dass Fuß und Rad die erste Wahl sind.
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